Rezension
Freida McFaddens enorm erfolgreiche Buchvorlage Paul Feigs grellen Thrillers THE HOUSEMAID sieht man den Schund-Status schon von Weitem an. Doch um so weiter sich der papierene Psycho-Plot entspinnt, umso deutlicher wird die Ernsthaftigkeit, mit der Drehbuchautorin Rebecca Sonnenshine und Feig den abstrusen Angestellten-Albtraum adaptieren. Die wissende Selbstironie, die Amanda Seyfrieds famoses Schauspiel zum Zentrum der reißerischen Mischung aus Intrigen, Erotik und pathologischen Geheimnissen macht, fehlt der arrivierten Inszenierung. Deren krampfige Konventionalität untergräbt das trashige Unterhaltungs-Potenzial der aberwitzigen Handlung, die sich einer Reihe klassischer Genre-Tropes bedient.
Deren Twists sind so subtil wie der Vorschlaghammer, dessen sich die charakterlichen Stereotypen und der Spannungsaufbau bedienen. Die auf Bewährung entlassene Millie (Sydney Sweeney) erhält einen vermeintlichen Traum-Job als Hausmädchen von Vollzeit-Mutter Nina (Seyfried). Sie führt in der mehrstöckigen Luxusvilla – inklusive Wendeltreppe und Dachboden, Standards des Mystery-Inventars – ihres steinreichen Ehemanns Andrew (Brandon Sklenar) ein nach außen hin perfektes Leben. Natürlich trügt der Schein. Im Gegensatz zur irrationalen Protagonistin erkennt das Publikum das sofort. Doch hier geht es ohnehin nicht um Spannung, sondern Schaulust, Sadismus und Softcore-Sex.
![Eine Person steht im Freien und hält mit beiden Händen einen langen Stab oder Rohr. Die Person trägt eine gesteppte, dunkle Jacke, ein helles Oberteil und Arbeitshandschuhe. Im Hintergrund sind kahle Äste und eine dichte Hecke zu sehen. Die Szene wirkt winterlich oder frühjährlich. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2025/12/HOUSEMAID_Unit_250127_00133RC2-1244x933.webp)
The Housemaid ©2025 Leonine
Fazit
Ein gewisser Schund-Spaßfaktor lässt sich Paul Feigs routinierter Roman-Verfilmung nicht absprechen. Die meisten Lacher sind allerdings nicht so augenzwinkernd wie Amanda Seyfrieds hemmungsloses Overacting. Selbst nach wochenlanger Obdachlosigkeit ist Sweeneys Titelheldin makellos gestylt, ein italienischer Gärtner fungiert als Deus ex Machina, der die gröbsten Logiklücken wegschaufelt und Gesetze werden nach Belieben außer Kraft gesetzt. Während die Kamera auf ein Beziehungsdrama ausgerichtet scheint, klingt der Soundtrack nach Teenie-Comedy. Mit seiner pseudo-feministischen Message und Hochglanz-Hysterie wirkt der Edel-Trash wie ein filmischer Flashback in die 80er.
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| Originaltitel | The Housemaid |
| Kinostart | 18.12.2025 |
| Länge: | 131 minuten |
| Produktionsland | United States of America |
| Genre: | Mystery | Thriller |
| Regie | Paul Feig |
| Executive Producer | Sydney Sweeney | Amanda Seyfried | Freida McFadden | Alexander Young | Jennifer Booth | Christopher Woodrow | Carly Kleinbart | Will Greenfield | Connor DiGregorio |
| Producer | Paul Feig | Todd Lieberman | Laura Allen Fischer |
| Kamera | John Schwartzman |
| Musik | Theodore Shapiro |
| Cast | Sydney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar, Elizabeth Perkins, Michele Morrone, Indiana Elle, Arabella Olivia Clark, Megan Ferguson, Ellen Tamaki, Amanda Joy Erickson, Alaina Surgener, Mark Grossman, Hannah Cruz, Matt Walton, Sophia Bunnell, Maury Ginsberg, Einar Haraldsson, Don DiPetta, Iván Amaro Bullón, Alexandra Seal |
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![Eine Person mit langen, gewellten Haaren und einem hellen, gestreiften Oberteil sitzt vor einem großen Puppenhaus mit mehreren Räumen und Möbelstücken. Die Szene wirkt detailreich und zeigt verschiedene Einrichtungsgegenstände wie Betten, Stühle und Tische in den einzelnen Zimmern des Puppenhauses. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2025/12/HOUSEMAID_Unit_250131_00327RC3.webp)

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