Review Fakten + Credits


Darum geht es
Noah ist an einer seltenen Stoffwechselkrankheit erkrankt. Während er nach und nach die Fähigkeit verliert, sich zu bewegen, und seine Sinneswahrnehmungen schwinden, meistert er weiterhin seinen Alltag.

Rezension

Dreißig Minuten lang ist Roni Zorinas Festivalbeitrag zu den 57. Internationalen Hofer Filmtagen, in welchem die in Estland geborene Regisseurin ein junges Leben vom bewegungsvollen Einstieg bis zum Stillstand begleitet. Es ist das des jungen Noahs, der an ALD (Adrenoleukodystrophie), einer vererblichen Stoffwechselkrankheit, erkrankt ist und innerhalb weniger Zeit sowohl seine Sinneswahrnehmungen als auch seine körperlichen Fähigkeiten verliert. Zorinas Kurzfilm fühlt dem Teenageralltag der Hauptfigur nach und lenkt die Aufmerksamkeit nicht nur auf die unheilbare Krankheit, sondern auch auf die Perspektive des Jugendlichen.

Dessen physische Verfassung überträgt sich wiederholt und nahtlos auf die Bilder und Inszenierung der einfühlsamen deutschen Produktion. Die energetischen Aufnahmen vom Beginn des Films werden entschleunigt, Sinneseindrücke verblassen in Bildern, die verschwimmen und Hintergrundgeräuschen, die ausgeblendet werden. Den Verlauf der Krankheit, der den Alltag des Jungen zunehmend mitbestimmt, inszeniert Roni Zorina nahbar, geerdet und persönlich, ergänzt mit Imaginationen, die den Protagonisten die Welt unermüdlich weiter erleben lassen, und obwohl der Ausgang keine Alternative zum Tod bietet, nie melodramatisch.

In einer ebenso wenig sentimentalen wie entmutigenden Mischung aus lebensfrohen Alltagsausschnitten und der fortschreitenden Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes nähert sich der Film Lebens- und Verarbeitungsstrategien sowie der animierenden Vorstellungskraft des Teenagers an, den Cooper Dillon authentisch, lebhaft und energisch darstellt. Darüber hinaus entwirft sich in der Beziehung zur Mutter eine zweite, außenstehende Perspektive, die zwar den Fokus des Films niemals vereinnahmt, das Publikum aber auch nicht unberührt lässt. So verdichten sich innerhalb weniger Zeit komplexe Emotionen in einem sensiblen, bekräftigenden Mini-Porträt, welches vor allem in den letzten Minuten auf ein Gefühl der Endgültigkeit verzichtet.

Fazit

Roni Zorina und ihrem Team gelingen in NOAHS STROPHE lebhafte wie lebensbejahende Figuren- und Alltagseinblicke, in deren Zentrum einerseits ein überzeugender Jungdarsteller steht und andererseits auch die Aufmerksamkeit für eine unheilbare Stoffwechselerkrankung.

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Review Fakten + Credits


Originaltitel Noahs Strophe
Kinostart 6.11.2023
Länge: 30 minuten
Produktionsland
Genre: Drama
Regie Roni Zorina
Kamera Martin Neumeyer
Cast Cooper Dillon, Katharina Nesytowa

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