Rezension
Der Titel Phil Lord und Christopher Millers spektakulären Science-Fiction-Abenteuers DER ASTRONAUT – PROJECT HAIL MARY wird zur paradoxen Pointe einer Big-Budget-Blockbuster-Produktion, die bis ins kleinste Detail auf den Kino-Kassenerfolg ausgelegt ist, zu dem sie sich seit Kinostart entwickelte. Die gleichnamige Roman-Vorlage von Bestseller-Autor Andy Weir, der bereits die Bücher zu THE MARTIAN und dem noch in Planung befindlichen Artemis schrieb, wird zur familienfreundlichen Feel-Good-Freundschaftsstory. Die system- und moralkritischen Aspekte der Vorlage eliminiert Drew Goddards Drehbuch nahezu völlig zugunsten einer mainstreamigen Mischung aus INTERSTELLAR und E.T. – THE EXTRA-TERRESTRIAL. Ryan Gosling als Schullehrer und molekularbiologisches Genie Ryland Grace (Ryan Gosling) ist der erwachsener Elliott der opulenten Outer-Space-Buddy-Comedy.
Letzte absorbiert das faszinierende Ausgangsszenario, das Grace in naher Zukunft ohne Erinnerung in einem Raumschiff aus einem künstlichen Koma erwachen lässt, Lichtjahre entfernt von der Erde mit Board-Computer Mary (Priya Kansara) als einziger Gesellschaft. Flashbacks seiner zurückkehrenden Erinnerung zeigen die Vorgeschichte seines unfreiwilligen Einsatzes in dem titelgebenden Himmelfahrtskommando, das eine zweite Eiszeit verhindern soll. Space-Amöben namens Astrophagen vertilgen die elektromagnetische Energie der Sterne, die dadurch verdunkeln. Immun ist einzig Tau Ceti, zu dem Grace von einem internationalen Raumfahrtkomitee unter Leitung der utilitaristischen Eva Stratt (Sandra Hüller) geschickt wurde. Das Schicksal der Weltbevölkerung hängt ab von einem straighten weißen cis Mann. Wiedermal.
Aber hey, niemand kann behaupten, es gäbe keine realistische Repräsentation. Nur sind rein zufällig sämtliche diversen Teammitglieder im Hyperschlaf oder vor Abflug gestorben. Außerdem kriegt Grace queere Alien-Gesellschaft in Gestalt von Rocky (Stimme: James Ortiz). Dessen technisch hochüberlegenes Raumschiff, dass wie ein Mikado-Konstrukt aussieht kommuniziert mit Grace und nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten werden die beiden ein einer herzerwärmendes Helden-Gespann. Ortiz und seine fünf Puppenspieler*innen verleihen dem steinartigen Alien von 40 Eridani eine lebendige Haptik und altmodischen Charme, die Rocky zum Merchandise-Meisterwerk machen. Beider freundschaftliche Dynamik pendelt zwischen Gags, Sentimentalität und Dramatik, die dem intergalaktischen IMAX-Event einen unnötigen dritten Akt verschafft.

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Fazit
Aus Andy Weirs sogenannter Hard Science Fiction, orientiert an physikalischer Logik, naturwissenschaftlicher Korrektheit und technologischen Möglichkeiten, erschaffen Phil Lord und Christopher Miller eine maximal weichgespülte Version. Spektakuläre Effekte, epische Weltraum-Panoramen und ein massentauglicher Mix aus Rührseligkeit und Humor verdrängen ethische Konflikte und den kritisierten Zwangs-Kollektivismus der Vorlage. Deren mit Angst und Egoismus ringenden Hauptcharakter macht Ryan Goslings empathische Darstellung zum Prototyp des verkappten Helden. Hüllers Charakter ist nur noch altruistische Rationalistin statt altkommunistischer Antagonistin. Bombastische Bilder, liebenswerte Alien-Buddys und ein pathetischer Soundtrack, untermalt mit einer manipulativen Message von Heroismus und total(itär)em Teamgeist, ergeben ein kongenial kommerziell kalkuliertes Kino-Event.
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| Originaltitel | Project Hail Mary |
| Kinostart | 15.3.2026 |
| Länge: | 156 minuten |
| Produktionsland | United States of America |
| Genre: | Science Fiction | Abenteuer |
| Regie | Phil Lord | Christopher Miller |
| Executive Producer | Will Allegra | Drew Goddard | Sarah Esberg | Ken Kao | Patricia Whitcher | Nikki Baida | Lucy Kitada |
| Producer | Rachel O'Connor | Ryan Gosling | Aditya Sood | Amy Pascal | Christopher Miller | Phil Lord | Andy Weir | Barrie Hemsley |
| Kamera | Greig Fraser |
| Visual Effects | Paul Lambert | Chris Waegner | Stuart Penn | Tristan Myles | Robert Winter | Stephane Vogel | Dan Kunz | Gareth Daley | Mag Sarnowska |
| Musik | Daniel Pemberton |
| Cast | Ryan Gosling, Sandra Hüller, James Ortiz, Lionel Boyce, Milana Vayntrub, Ken Leung, Priya Kansara, Mia Soteriou, Annelle Olaleye, Maya Eva Hosein, Bastian Antonio Fuentes, Alice Brittain, Michael Akinsulire, Travis Jay, Geoffrey Lumb, Paul Lambert, Orion Lee, Aaron Neil, Michelle Greenidge, Bernhard Schütz |
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