Kurzkritik
Vor düsterer Kulisse entfaltet sich einer der weniger bekannten Filme des österreichisch-deutschen Filmemachers Fritz Lang. Viele Jahre nach seinen frühen Meilensteinen und nur wenige Jahre vor seiner Rückkehr nach Deutschland entstand DAS SCHLOSS IM SCHATTEN, eine seiner letzten Hollywood-Produktionen, die aufwendigste, die er je in Amerika gedreht hat. Im Zentrum des nun neu im Heimkino erschienenen Abenteuerfilms: Ein Zweigespann aus dem Waisenjungen John Mohune (Jon Whiteley), der nach seinem Vormund sucht, und dem zwielichtigen Gentlemen Jeremy Fox (Stewart Granger), der ein Doppelleben als Anführer einer Schmugglerbande führt.
Mehr Ausstrahlung und Wirkung als die recht vertraute Geschichte und die noch vertrautere Dynamik zwischen einem ruchlosen Anführer, der kein Interesse an väterlichen Pflichten hat und einem aufgeweckten Jungen, der dennoch nicht von seiner Seite weicht, zeigt das plastische Ambiente, das fast vollständig im Studio entstand. Wie in seinen großen Werken, arbeitete Lang auch hier mit expressionistisch angehauchter Lichtgestaltung, setzt in DAS SCHLOSS IM SCHATTEN aber, statt wie häufig zuvor auf tiefgreifende Sozialkritik oder Noir-Elemente, eher auf romantisch-düsteres, märchenhaftes Kostümkino.
Mit dem abgeschiedenen Handlungsort und den wiederkehrenden Gothic-Horror-Elementen erzeugt Lang eine einengende, beklemmende Atmosphäre, die über so manche Unebenheit in der Geschichte hinweghilft und den fatalistischen Motiven sowie den moralischen Grauzonen der Figuren mehr Tiefe verleiht. Deren Konflikte und Enthüllungen sind häufig in melodramatischer Manier ausformuliert, aber immerhin greifbarer als andere Teil des aufgesetzten Plots, der gelegentlich etwas ziellos wirkt und sich in Verbindung mit der Inszenierung nie dem Höhepunkt von Langs Schaffen annähern kann. Neues zu entdecken gibt es wenig – am ehesten für Nostalgiker und Komplettist*innen.

Das Schloss im Himmel ©2026 PLAION Pictures
Fazit
Wie das titelgebende Schloss liegt auch dieses Spätwerk in einem Schatten, in dem von Langs umfangreicher Filmografie. Und das geht in Ordnung: Aufwendige Kulissen, durchaus düstere Atmosphäre, aber wenig bahnbrechendes Abenteuerkino.
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| Originaltitel | Moonfleet |
| Kinostart | 24.6.1955 |
| Länge: | 90 minuten |
| Produktionsland | United States of America |
| Genre: | Abenteuer | Drama | Historie |
| Regie | Fritz Lang |
| Producer | John Houseman |
| Kamera | Robert H. Planck |
| Musik | Miklós Rózsa |
| Cast | Stewart Granger, George Sanders, Joan Greenwood, Viveca Lindfors, Jon Whiteley, Liliane Montevecchi, Melville Cooper, Sean McClory, Alan Napier, John Hoyt, Donna Corcoran, Jack Elam, Dan Seymour, Ian Wolfe, Lester Matthews, Skelton Knaggs, Richard Hale, Ashley Cowan, Frank Ferguson, Booth Colman |
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