Review Fakten + Credits


Rezension

Sie finde immer einen Weg, aus seinem Drama eine Komödie zu machen, sagt Robert Pattinson als Charlie, einer Hälfte des trügerisch perfekten Protagonisten-Pärchens Kristoffer Borglis dritten Kino-Spielfilms. Darin versucht der norwegische Regisseur genau das mit der titelgebenden Krise, die Charlie und Emma (Zendaya) wenige Tage vor ihrer Hochzeit durchmachen, oder er behauptet es zumindest. DAS DRAMA ist die Art von Komödie, die dem Publikum Pointen so deutlich signalisiert, dass man fast Lachen vom Band erwartet. Dergleichen wäre passend zu der surrealen Subjektivität, zu der die Inszenierung unvermittelt pendelt. 

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Wie bereits in Dream Scenario spielt die ironische Inszenierung mit Stilmitteln des Genre-Kinos, das die vordergründige Romanze seit der ersten Szene unterwandert. Als Emma aufgrund einer Gehörbeeinträchtigung nicht reagiert, als Charlie sie erstmals in einem Coffee Shop anspricht, vermitteln gesteigerte Soundeffekte und Close-ups vermeintlich missbilligender Blicke seine Paranoia. Jene ist ebenso vorausweisend für die Zukunft ihrer Partnerschaft, die aus dieser ersten Begegnung entsteht, wie die von Charlie als Gesprächsaufhänger genutzte Lüge. Die Frage, wie viel Wahrheit eine Beziehung verträgt, dient als dramatischer Leitfaden der satirischen Story.

Jene rotiert in verschiedenen Konstellationen um Doppelmoral, ethische Integrität und dem Abstand – oder Abgrund – zwischen dem Idealbild eines geliebten Menschen und der Realität. Selbige holt Charlie abrupt ein, als Emma ihm während eines alkoholseligen Abends mit dem befreundeten Ehepaar Mike (Mamoudou Athie) und Rachel (Alana Haim) auf deren Drängen die schlimmste Tat ihres Lebens gesteht. Charlies darauf folgende absurde Ängste und Zweifel sind der restliche Inhalt der unterentwickelten Handlung, die Provokation vorgibt, wo nur Prätention ist. Die neo-konservativen Tendenzen Borglis vergangener Filme modern hinter jedem gehässigen Gag. 

Eine junge Frau im grünen Oberteil sitzt an einem Fenstertisch in einem Cafe und hält ein aufgeschlagenes Buch in der rechten Hand. Sie schaut über ihre Schulter.

Das Drama ©2026 Leonine Studios

Fazit

Die Verbindung reaktionärer Subtexte mit plakativer Pseudo-Provokation und Elementen aus Fantasy und Psychothriller in einer spekulativen Story, die nie über ihre Prämisse hinauskommt, ist augenscheinlich der Grundriss Kristoffer Borglis filmischen Schaffens. Dessen jüngster Beitrag bedient sich erneut des bewährten Musters, ohne sich mit den angerissenen Themen tatsächlich auseinanderzusetzen. Der stagnierende Plot ist lediglich eine Galerie hämischer übersteigerter gesellschaftlicher Desaster, die anachronistische Abfolge und imaginierte Einsprengsel kompliziert aussehen lassen sollen. Das exzellente Ensemble, in dem gerade die Nebendarstellenden glänzen, macht die selbstgefällige Satire nur bedingt erträglich. 

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Originaltitel The Drama
Kinostart 26.3.2026
Länge: 106 minuten
Produktionsland United States of America
Genre: Liebesfilm | Komödie
Regie Kristoffer Borgli
Executive Producer Chris Stinson | Kristoffer Borgli | Amy Greene | Elizabeth Niles
Producer Tyler Campellone | Ari Aster | Lars Knudsen
Kamera Арсений Хачатурян
Musik Daniel Pemberton
Cast Robert Pattinson, Zendaya, Alana Haim, Mamoudou Athie, Hailey Benton Gates, Sydney Lemmon, Hannah Gross, Anna Baryshnikov, Jordyn Curet, Michael Abbott Jr., Zoë Winters, Dee Nelson, Damon Gupton, Ken Cheeseman, Doria Bramante, Jordan Raf, Jeremy Levick, Sam Zimman, Celia Rowlson-Hall, Greer Cohen

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