Review Fakten + Credits


Rezension

Zusammengewürfelt ist das eigentlich ziemlich formelhafte Ensemble von Gore Verbinskis neuestem Film GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE nach etwa 15 Minuten: ein zynischer Zeitreisender (Sam Rockwell), eine unscheinbare Restaurantmitarbeiterin (Juno Temple), eine Außenseiterin im Prinzessinnenkleid (Haley Lu Richardson), ein eingespieltes Ehepaar (Zazie Beetz und Michael Peña), zwei, drei entbehrliche On-Screen-Opfer. Ähnlich prompt wie das Publikum stürzt der Film seine Figuren in eine dystopische Welt, deren Eigensinn wie der seiner Figuren nicht tiefer als oberflächliche Reize reicht.

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Das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel – diesmal in Form einer bevorstehenden KI-Apokalypse, die der FLUCH DER KARIBIK-Regisseur eher effekthascherisch als ausgeklügelt konzipiert. Erste Anzeichen dieser dystopischen Zukunftsvision offenbart bereits die erzählerische Gegenwart, ihr Ausmaß skizzieren zweckmäßige Zukunftsblicke. Eine eigentlich simple Mission soll die Menschheit vor der technologischen Katastrophe retten und wird zum geradlinigen wie dürftigen Grundgerüst von Verbinskis aufgeblähtem Science-Fiction-Spektakel.

Durch jenes hetzen die Figuren von einer Erzählstation zur nächsten, ohne dass sich die Chemie des schrägen Ensembles in irgendeiner Weise entfalten kann. Stattdessen treiben überflüssige Verfolgungsjagden, gimmickartige Groteske und ein naheliegender Twist die überschaubare Handlung voran, die – anders, als es manche Figur gern hätte – keineswegs radikal oder außergewöhnlich ist, weder inhaltlich noch inszenatorisch. Die mitunter monströsen Skurrilitäten sind Mittel zum Zweck, sind wie der nächste Witz, das nächste Zitat, der nächste Knall nur Teil einer öfter mechanischen als lebendigen Effektschau.

Mehrere Personen stehen dicht beieinander und blicken von oben in die Kamera. Die Szene ist von einem bläulichen Licht durchzogen, das von Leuchtstoffröhren an der Decke ausgeht. Eine Person trägt einen Anzug, eine andere hält einen Gegenstand mit Kabeln und elektronischen Bauteilen. Die Perspektive vermittelt den Eindruck, als würde die Gruppe auf etwas oder jemanden am Boden schauen. [erstellt mit KI]

Good Luck, Have Fun, Don’t Die © Constantin Film Distribution GmbH

Etwas mehr versprechen Rückblenden der Haupthandlung, in die sich GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE nach und nach verästelt. In Black Mirror-Manier reihen sich die Hintergrundgeschichten einzelner Figuren episodenhaft aneinander und unternehmen zumindest den Versuch ein greifbares Bild der eigentlich ziemlich losen, wenigen ernsthaften Nachfragen standhaltenden Dystopie zu vermitteln. Satirisch greift Verbinski aktuelle Diskurse zu Künstlicher Intelligenz und Social-Media-Verhalten auf, ist dabei aber weder sonderlich innovativ noch technologie- oder fortschrittsoffen und auch nicht durchgehend gerissen genug.

Rockwells Figur sind die zynischen wie berechenbaren Einzeiler in den Sprengstoffanzug eingenäht, an anderer Stelle wankt der Humor zwischen cartoonhaft überzeichnet und ziemlich bieder: für morbide Slapstick-Fans oder für alle jene, die „Smombie“ 2015 zum Jugendwort des Jahres wählten, obwohl das Wort schon vor Jahren so wenig mit der Jugendsprache gemein hatte wie Rockwells Charakter mit empathischer Fürsorge für seine Begleitung.

Fazit

Ein oberflächlicher Reiz jagt den nächsten und knüpft dabei an die Logik der Unterhaltungsmedien an, denen DIE JUGEND im Film nachhängt. GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE hat Tempo, ist handwerklich glatt und von einem spielfreudigen Cast getragen, aber auch weitaus weniger unkonventionell, als es das durchkalkulierte Trailer-Material und Sam Rockwells Zeitreisender unbedingt verkaufen wollen. Viel mehr, und das fängt bereits beim Titel an, besteht der Film aus einem Dutzend Punchlines, von denen keine einzige lang nachhallt. Die Figuren, die satirischen Spitzen und die schrägen Ideen poltern schlagwortartig durch den Film, der gerade so schräg und unberechenbar ist, wie es sein dürres, bequemes und gefälliges Blockbuster-Gewand zulässt.

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Review Fakten + Credits


Originaltitel Good Luck, Have Fun, Don't Die
Kinostart 13.2.2026
Länge: 135 minuten
Produktionsland United States of America
Genre: Science Fiction | Action | Abenteuer | Komödie
Regie Gore Verbinski
Executive Producer Matthew Robinson | Samuel Hall | George Parra | Oliver Berben | Michael J. Rothstein | Tom Ortenberg | Jeremy Ross
Producer Robert Kulzer | Oly Obst | Erwin Stoff | Gore Verbinski
Kamera James Whitaker
Musik Geoff Zanelli
Cast Sam Rockwell, Juno Temple, Haley Lu Richardson, Michael Peña, Zazie Beetz, Asim Chaudhry, Tom Taylor, Georgia Goodman, Daniel Barnett, Artie Wilkinson-Hunt, Riccardo Drayton, Dominique Maher, David Sturzaker, Adam Burton, Elly Condron, Meghan Oberholzer, Berenice Barbier, Tanya van Graan, Dino Fetscher, Chris Fisher

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