Rezension
Zwei Teenager haben heimlich Sex. Etwas geht schief. So weit auch die knappe Inhaltsangabe dieses kurzen Studentenfilmes aus der Volksrepublik China. Es ist die Mutter des Jungen, die das Ruder übernimmt und handelt.
Im Vordergrund steht dabei gar nicht die Handlung, sondern der Raum zwischen den Figuren. Ursprünglich sollte die Mutter auch dramaturgisch im Mittelpunkt stehen. Vielleicht sollten wir ihre Sicht verstehen, wie sie Konsequenzen zu vermeiden sucht. Das Regie-Gespann Dean Wei und Xu Yidan änderte in der Etablierung der Figuren während der Produktionszeit die Richtung. Der Fokus verschob sich weg von einer der Personen auf die Sicht von Außen.
Dean Wei wurde in Köln geboren. Heute lebt er in Beijing. Hier besucht er die Beijing Film Academy, Fachrichtung Kamera. Xu Yidan wurde in Chengdu geboren und lebt heute in Frankreich. Auch sie, die auch als Schauspielerin aktiv ist, studiert Kamera an der Beijing Film Academy. Gemeinsam ist ihnen eine visuelle Sprache, die das Verhältnis der Figuren zueinander in Blickrichtungen und Abgrenzungen erzählt. Die Kamera von Fang Jiacheng bleibt Beobachtende, ebenso folglich das Publikum.
Die Distanz nivelliert die Tragik, die hinter dem Ereignis steht. Nicht so sehr, was vorgefallen ist und wie damit umgegangen wird, ist hier wichtig, sondern wie sich die drei dazu verhalten. Selbst in den verhaltenen Dialogen tut sich Sprachlosigkeit auf. Das Schweigen breitet sich aus. Dabei vermutet man nicht unbedingt Desinteresse. Einfach macht es der Film dem Publikum nicht, aber er wirkt nach.
Wie hat Dir der Film gefallen?
Originaltitel | Extracurricular Activity |
Kinostart | 22.7.2024 |
Länge: | 22 minuten |
Produktionsland | China |
Genre: | Drama |
Regie | Dean Wei | Xu Yidan |
Cast | Tu Ling, Xu Yidan, Li Gengyou |
Wie hat Dir der Film gefallen?
Hinterlasse einen Kommentar