Review
LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN ist vom Regisseur Éric Besnard und adaptiert die ersten 150 Seiten von Victor Hugos Roman „Die Elenden“. Der Verbrecher Jean Valjean (Grégory Gadebois) wurde nach 19 Jahren Haft aus einem Straflager entlassen, versucht sich durchzuschlagen und vor Allem will dieser eine Unterkunft finden. Doch die Gesellschaft verachtet und verstößt den Sträfling, sodass nur die Pforten des Bischofs Myriel (Bernard Campan) offen stehen. Dieser gibt Jean Valjean nicht nur ein Obdach, sondern sorgt auch für eine inhaltliche Konfrontation sowie intensive Debatten.
Geld regiert die Welt
30 Millionen Euro hat Éric Besnards Adaption von Victor Hugos Roman gekostet, was sich qualitativ bemerkbar macht. Die Sets sehen wie reale Gebäude aus, die Kostüme passen zur Epoche und die Maskerade unterstreicht die Glaubhaftigkeit der Produktion. Dennoch sind Fans von DER GRAF VON MONTE CHRISTO, DIE DREI MUSKETIERE – D’ARTAGNAN, OPERATION: KABUL und weiteren französischen Produktionen der letzten Jahre enttäuscht, da LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN nicht an diese heranreicht und minimalistischer wirkt.
Zudem weist LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN ein gräuliches, entsättigtes Bild auf. Wie ausgeprägt dieses im Kino ist, ist unklar, aber das graue Bild im Pressescreener war deutlich ausgeprägt. Es ist bei Weitem nicht so ausgeprägt, wie bei großen Blockbustern wie DR. STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS, die ihre schlechten Spezialeffekte kaschieren wollen, sticht aber dennoch auffallend ins Auge.
![Zwei Personen stehen nebeneinander im Freien. Die linke Person trägt einen langen, hellen Mantel mit goldfarbenen Verzierungen und einen Gürtel, die Hände sind mit gestrickten Handschuhen bedeckt. Die rechte Person trägt einen dunklen, bodenlangen Mantel mit Knopfleiste. Beide Personen stehen aufrecht und blicken in dieselbe Richtung. Im Hintergrund sind Bäume und eine Mauer zu erkennen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/04/Les_Miserables_DSC01882-1400x933.webp)
Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean ©2025 Happy Entertainment | Radar Films | Une Société Mediawan | France 3 Cinéma
Das gefällt dem Lisan al Gaib gar nicht
Das Schauspiel von LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN ist solide, besonders stechen jedoch Grégory Gadebois und Bernard Campan hervor. Nicht nur, dass beide im Zentrum der Produktion stehen: ihre Sichtweisen, Lebenserfahrungen sowie die Welten der Protagonisten stehen im krassen Kontrast zueinander, aber dennoch sind Beide auf eine unterschiedliche Weise Nutznießer des anderen und profitieren bis zu einem gewissen Grad von der Beziehung.
Dennoch gibt es Momente in LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN, die herausstechen und bei denen die Rezipienten nicht ganz wissen, wie sie diese zu werten haben. Denn während die schauspielerische Darstellung sowie Erzählweise größtenteils im filmischen Stil gehalten ist, gibt es Momente, die wie ein exzentrisches Theaterspiel gehalten sind und allein deshalb herausstechen.

Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean ©2025 Happy Entertainment | Radar Films | Une Société Mediawan | France 3 Cinéma
Lange 100 Minuten
Trotz einer überschaubaren Lauflänge von 100 Minuten und der Beachtung der komplexen Buchvorlage fühlt sich LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN einen Ticken zu lang an. Immer wieder gibt es Passagen, in denen die Gedanken des Publikums abschweifen und die Blicke zum Smartphone wandern. Unterstützt werden diese Abschweifungen von der trägen Musik. Erst das letzte Drittel sowie die finalen Dialoge zwischen den Protagonisten entfalten sich und erzeugen Spannung.
Fazit
LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN ist ein Film, welcher bis auf ein paar Überlängen und trägen Momenten der Vorlage von Victor Hugo gerecht wird und sein Budget von 30 Millionen Euro sinnvoll einzusetzen weiß. Doch trotz seiner Stärken reicht der Film nicht an die letzten französischen Filme mit internationaler Veröffentlichung heran, wenn Komödien mit Christian Clavier mal beiseitegelassen werden. Doch wer „Die Elenden“ von Victor Hugo mochte, macht hier nichts falsch.
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| Originaltitel | Jean Valjean |
| Kinostart | 19.11.2025 |
| Länge: | 98 minuten |
| Produktionsland | France |
| Genre: | Drama | Historie |
| Regie | Éric Besnard |
| Executive Producer | David Giordano |
| Producer | Clément Miserez | Matthieu Warter |
| Kamera | Laurent Dailland |
| Visual Effects | Aurelie Lajoux |
| Musik | Christophe Julien |
| Cast | Grégory Gadebois, Bernard Campan, Isabelle Carré, Alexandra Lamy, Loup Cousteil, Dominique Pinon, Albert Dupontel, Romane Libert, Patrick Pineau, Ernest Mourier, Claire Ruppli |
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