Review
OLDBOY ist ein Film von Park Chan-wook (u.a. DIE FRAU IM NEBEL, NO OTHER CHOICE, DIE TASCHENDIEBIN) aus dem Jahr 2003, basiert lose auf dem gleichnamigen Manga von Garon Tsuchiya sowie Nobuaki Minegishi und gilt unter Fans des Genres als ein moderner Klassiker. Im Rahmen der Best-of-Cinema Reihe, welche unter anderem von Kabel 1 mit organisiert wird, wurde OLDBOY in den deutschen Kinos im März neu aufgeführt.
Der gescheiterte Geschäftsmann Dae-su (Choi Min-sik) wurde entführt und für fünfzehn Jahre in einer Umgebung eingesperrt, welche an ein günstiges Apartment erinnert. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist der Fernseher: Für Dae-su ein Gott und Lehrmeister zugleich. Als er eines Tages mit Anzug sowie Geld in Freiheit aufwacht, schwört sich Dae-su mit Unterstützung von Mi-do (Kang Hye-jeong), den Verantwortlichen zu finden. Dabei wird schnell klar, dass seine Zelle nur größer geworden und das sadistische Spiel des Täters längst nicht vorbei ist.
DER GRAF VON MONTE OLDBOY
OLDBOY bietet eine fesselnde Rachegeschichte, welche Dae-su (Choi Min-sik) und Lee Woo-jin (Yoo Ji-tae) in den Mittelpunkt stellt. Es ist nie ganz ersichtlich, wer gerade die Oberhand behält, oder mehr Asse in der Hand hat. Der Film gleicht einer Mischung aus einem Schachspiel und einer professionellen Pokerrunde, in der Karten gezielt ausgelegt oder als Bluff genutzt werden, wodurch Rezipienten vereinzelt den Vergleich zum französischen DER GRAF VON MONTE CHRISTO ziehen.
Park Chan-wook liebt es, das Publikum von OLDBOY an der Nase herum zu führen, falsche Fährten zu legen, das schier Offensichtliche direkt vor den Zusehenden zu verstecken und mit einem radikal-konsequenten Ende zu schocken. Trotz einer Lauflänge von fast zwei Stunden tritt zu keiner Zeit Langeweile auf. Der Regisseur ist ein Meister seines Fachs und weiß, wie eine fesselnde Geschichte mit Spannung inszeniert werden muss.
![Eine Frau mit langen, dunklen Haaren sitzt auf einem Bett mit beigefarbener Tagesdecke. Sie trägt ein rotes Kleid mit schwarzem Muster und offene Absatzschuhe. Ihr Bein ist seitlich ausgestreckt, sodass der Schlitz im Kleid ihr Bein freilegt. Im Hintergrund liegt eine weitere Person auf dem Bett, deren Gesicht unscharf dargestellt ist. Die Wand zeigt ein geometrisches Muster in Braun- und Beigetönen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/03/Oldboy_04-1400x933.webp)
Oldboy ©capelight pictures
Vorbild moderner Action
Diese Spannung wird in OLDBOY von der Action untermauert. Diese wird dezent eingesetzt, kann dafür jedoch knallend überzeugen und bleibt auch noch Tage später im Gedächtnis. Jeder Schlag sitzt wuchtig, dank der Kameraarbeit von Chung-hoon Chung gibt es kreative, überschaubare Bilder und die Rezipienten erkennen in diversen Actionszenen von OLDBOY eine weitere Vorlage für die Action von JOHN WICK.
OLDBOYs Highlights sind die Schnitte, clevere Zooms sowie kreativen Szenenübergänge. Park Chan-wook schafft eine Magie, die in Hollywood vermehrt sehnsüchtig vermisst wird. Doch auch der koreanische Kultregisseur lässt in dieser Form der Magie vermehrt nach. DIE FRAU IM NEBEL und NO OTHER CHOICE waren zwar immer noch kreativ, reichen aber an die kreative Finesse von OLDBOY nicht mehr heran.
![Eine Frau im Kimono sitzt an einer Theke und streckt ihren Arm aus, um die Hand einer Person zu halten, die mit gesenktem Kopf vor ihr kniet. Die Szene spielt in einem Restaurant mit traditioneller Einrichtung, darunter eine Pflanze in einer Vase und ein gerahmtes Bild an der Wand. Auf der Theke liegen Sushi-Zutaten und ein Holzbrett. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/03/Oldboy_05-1400x933.webp)
Oldboy ©capelight pictures
Fazit
OLDBOY gilt zurecht als moderner Klassiker und bietet eine perfekte, konsequente Rachegeschichte, in der Park Chan-Wook seine Charaktere jederzeit treffend präsentiert. Die Kreativität des Films ist ein Segen, der vermehrt vermisst wird. Noch Tage später denken die Rezipienten über die Handlung, die Bilder und die Charaktere nach. OLDBOY das erste Mal auf einer großen Leinwand erleben zu dürfen, war eine Ehre. Es ist schön anzusehen, dass es die Bes-of-Cinema Reihe gibt. Hoffentlich bleibt diese nicht nur lange bestehen, sondern kann weiter wachsen.
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| Originaltitel | 올드보이 |
| Kinostart | 21.11.2003 |
| Länge: | 120 minuten |
| Produktionsland | South Korea |
| Genre: | Drama | Thriller | Mystery | Action |
| Regie | Park Chan-wook |
| Executive Producer | Kim Dong-joo | Kim Jang-wook | 지영준 |
| Producer | Syd Lim |
| Kamera | 정정훈 |
| Musik | Choi Seung-hyun | Shim Hyun-jung | 이지수 |
| Cast | Choi Min-sik, Yoo Ji-tae, Kang Hye-jung, Kim Byeong-ok, Ji Dae-han, Oh Dal-su, Seung-shin Lee, Yoon Jin-seo, Oh Tae-kyung, Yoo Yeon-seok, 유일한, Lee Young-hee, Kim Yeong-ae, 이미미, Han Jae-duk, 곽정애, 김산, 장채수, 임설아, Syd Lim |
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![Szenenbild aus Oldboy: Zwei Männer stehen sich in einem Innenraum gegenüber. Einer trägt ein dunkles Jackett und ein weißes Hemd, der andere ein türkisfarbenes Oberteil. Der Mann im Jackett wird am Kragen gepackt. Im Hintergrund ist eine Wand mit geometrischem Muster in Lila-, Orange- und Grautönen zu sehen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/03/Oldboy_02-1.webp)

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