Kurzreview
aus dem Programm der 76. Internationalen Filmfestspiele von Berlin
Schon bevor sich die jugendlichen Protagonisten am Ende von MAMBO KIDS in den Armen liegen, schwebt Abschiedsstimmung in der Luft. Noch einmal bekannte Wege entlangschlendern, noch einmal seine Freunde treffen, noch einmal ungewollt vom Weg abkommen, vielleicht auch etwas Neues entdecken. Leise Vertrautheit liegt in den Büschen, hohen Gräsern, in der gefächerten Baumkrone, in der Alessandro und Flavio auf den Abend warten, im Zusammenstoßen der Bierflaschen, der kleinen Geschichten, der Begegnungen, die Emanuele Tresca in seinem Kurzfilm auf naturalistische Art und Weise einfängt. Bemerkenswert unspektakulär entspinnt sich die Erzählung um zwei gute Freunde, deren Weg nicht länger gemeinsam verlaufen wird, deren Gespräche hier für eine Weile die letzten sein werden, die sie miteinander führen.
![Nachts fahren mehrere Personen mit Motorrollern eine beleuchtete Straße entlang. Sie sind von hinten zu sehen, tragen Helme und fahren in einer Gruppe. Die Straße ist von Häusern gesäumt, Straßenlaternen erhellen die Szene. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/02/202607900_3-1400x788.webp)
Mambo Kids © Flavio Condemi, Alessandro Nicola Bernardo
Ohne ihre Vergangenheit auszukundschaften und auch ohne etwas von ihrer Zukunft vorwegzunehmen, konzentrieren sich die zwanzig Minuten ganz allein auf die Gegenwart einer glaubhaften Freundschaft. MAMBO KIDS schlendert auf und ab, beobachtet die erinnerungsgefüllte, dennoch nie nostalgisch-verkitschte Dynamik der Figuren, und verzichtet darauf seine authentische, zeitlich wie lokal konservierte Atmosphäre künstlich zu verzerren. Einzelne Dialoge, einzelne Gesten sprechen für sich, wiegen schwer, sind ohne größeren, dramaturgischen Bogen wirkungsvoll. So wie die feste Umarmung, die ganz ohne musikalische Untermalung einen eindringlichen Schlusspunkt setzt.
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| Originaltitel | Mambo Kids |
| Kinostart | 18.2.2026 |
| Länge: | 20 minuten |
| Produktionsland | Italy |
| Genre: | Drama |
| Regie | Emanuele Tresca |
| Cast | Alessandro Nicola Bernardo, Flavio Condemi |
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![Szenenbild aus "Mambo Kids": Zu sehen ist eine Wiese mit hohem Gras in einer natürlichen Landschaft. Zwei Personen in dunkler Kleidung bewegen sich durch das Gras auf eine große Felswand zu. In der Mitte der Felswand befindet sich eine schmale, hohe Öffnung wie ein natürlicher Durchgang. Die Felswand ist von Bäumen und Sträuchern umgeben, darüber ein heller, leicht bewölkter Himmel. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/02/Flavio-Condemi-Alessandro-Nicola-Bernardo-202607900_1.webp)



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