Review Fakten + Credits


Review

Der Film SISU aus 2022 war gerade in Deutschland ein unerwarteter, jedoch gern gesehener Erfolg und hat so schön wie schon lange nicht mehr das Töten von Nazis inszeniert. Da ist es nicht verwunderlich, dass 2025 der Nachfolger SISU: ROAD TO REVENGE vom finnischen Regisseur Jalmari Helander in die Kinos kam. Dieser ist wieder ab 18 Jahren freigegeben und hat eine Lauflänge von 88 Minuten, verspricht also knackig brutale Action.

Der mittlerweile legendäre finnische Kommandosoldat Aatami Korpi (Jorma Tommila) kehrt in sein altes Heimathaus zurück, in dem seine Familie während des zweiten Weltkriegs von Sowjetsoldaten ermordet wurde. Da sich dieses Haus aber nach dem Frieden auf der sowjetischen Seite der Grenze befindet, sind KGB und Rote Armee sofort in Alarmbereitschaft. Yeagor Dragunov (Stephen Lang) soll im Auftrag des befehlshabenden KGB-Offiziers (Richard Brake) den Finnen ausschalten und hat dabei deutlich mehr Verstärkung, als noch zuletzt die Nazis.

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Make it bigger = Make it better?

Dass Fortsetzungen gern größer denken, ist nichts neues, sorgt aber oft dafür, dass Fans des Originals enttäuscht werden. Doch bei SISU: ROAD TO REVENGE wurde feinfühliger gearbeitet und vor allem auch der Rahmenhandlung mehr Tiefe gegeben. Denn so spaßig SISU war: Ein erneutes blindes Abschlachten von Feinden wegen Gold wäre hanebüchen gewesen. Die Rachegeschichte ist zwar nichts neues, verleiht dem Protagonisten aber die nötige Glaubwürdigkeit für das Massaker an den Sowjetsoldaten.

Nicht nur die Handlung, sondern auch die Action ist in SISU: ROAD TO REVENGE größer als in seinem Vorgänger gedacht. Mehr Soldaten, mehr Flugzeuge, Panzer, entschlossene Kommandanten und eine Eisenbahn machen erbittert Jagd auf Jorma Tommila. Dabei wirkt der Film nicht wie eine übertriebene Steigerung, sondern in seiner Welt logisch. In SISU waren die Nazi-Soldaten auf dem Rückmarsch und hatten begrenzte bis keine Verstärkung, während in SISU: ROAD TO REVENGE auf dem Papier Frieden herrscht, wodurch die Sowjets mit den Ressourcen viel mehr Spielraum haben.

Spürbar gewachsen

SISU: ROAD TO REVENGE hat ein Budget von 12 Millionen Dollar und damit doppelt so viel Geld, wie der Vorgänger zur Verfügung gehabt. Dieses wird von dem Regisseur Jalmari Helander geschickt eingesetzt: Es gibt mehr Fahrzeuge, die im Feldzug der Zerstörung zum Einsatz kommen, die Waffenauswahl ist größer und die digitalen Effekte können mehr von sich überzeugen. Zwar sind diese teils zu erkennen, wirken aber nicht mehr so uncanny, wie noch im Vorgänger.

ine Person in dunkler, abgenutzter Kleidung steht vor einem beschädigten Panzer in einem Waldgebiet. Aus dem Panzer steigt Rauch auf. Im Vordergrund liegen massive Holzbalken und ein Kettenelement auf dem Boden. Die Szene wirkt unruhig und zeigt Spuren von Zerstörung. [erstellt mit KI]

Sisu: Road to Revenge ©2025 PLAION Pictures

Zudem bietet SISU: ROAD TO REVENGE diverse Momente, in denen die Rezipienten trotz der expliziten Gewalt teils vor Schreck, teils dank charmanten Augenzwinkern des Films lachen müssen. Das gab es zwar schon im ersten Teil, sorgt hier aber wegen der Rachegeschichte viel mehr für aufgelockerte Unterhaltung, die auch zu erneuten Sichtungen einlädt. Dieser Wunsch der erneuten Sichtung wird dank der ruhigen Kameraarbeit von Mika Orasmaa sowie eine Erzählweise, die an lineare Shooter erinnert, verstärkt.

Mad Max: Sisu Road

Der Score von Juri Seppä sowie Tuomas Wäinölä untermalt SISU: ROAD TO REVENGE jederzeit treffend, zitiert dabei SISU, aber auch Tom Holkenborgs (Junkie XL) Arbeit aus MAD MAX: FURY ROAD sowie FURIOSA: A MAD MAX SAGA. Diese rhythmischen, sich genau in der richtigen Anzahl wiederholenden Klänge passen perfekt zu motorisierten Verfolgungsjagden, ohne zu aufdringlich zu sein oder zu abgekupfert zu wirken.

Das Schauspiel

Selbst wenn die Academy F1 als besten Film nominiert und damit Unverständnis ausgelöst hat, wird das Schauspiel von SISU: ROAD TO REVENGE keine Nominierungen oder Preise in der Größenordnung gewinnen. Die Leistung der Darstellenden ist nicht schlecht, aber erfüllt eben nur die Erwartungshaltungen des Genre. Doch mehr erwarten die Fans gar nicht: Klare Zeichnung von Protagonist sowie Antagonisten, bei denen Letztere auch ihr Spiel gegeneinander spielen.

Eine Person hält zwei große, trommelmagazinartige Waffen mit langen Kabeln, die nach oben führen. Die Szene spielt in einem schwach beleuchteten, hölzernen Waggon mit warmem, rötlichem Licht. Im Hintergrund sind diffuse Lichtquellen an der Decke sichtbar. [erstellt mit KI]

Sisu: Road to Revenge ©2025 PLAION Pictures

Wie schon in SISU spielt Jorma Tommila, ohne fast ein Wort auszusprechen. Dennoch wirkt sein Schauspiel in SISU: ROAD TO REVENGE etwas feinfühliger und emotionaler, wodurch die Rolle des trauernden Vaters glaubhaft erscheint. Doch am Meisten sind die Rezipienten von Stephen Lang als Antagonisten begeistert. Nicht nur bekommt dieser mehr Tiefe als Aksel Hennie in SISU, Lang kann vor allem mal wieder sein charmantes Spiel präsentieren, nachdem er in Camerons AVATAR: THE WAY OF WATER und AVATAR: FIRE AND ASH ausschließlich als blauer Na’vi aus dem Computer herhalten durfte.

Fazit

SISU: ROAD TO REVENGE ist die logische Weiterentwicklung von SISU, wächst an den richtigen Stellen, ist größer, sieht besser aus und lässt den Heldenstatus des Protagonisten weiter wachsen. Wer den ersten Teil liebte, muss SISU: ROAD TO REVENGE schauen. Dennoch bleibt zu hoffen, dass es keine weiteren Teile gibt, da die Geschichte um den finnischen Kommandosoldaten mit dem Finale endgültig auserzählt ist.

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Originaltitel Sisu 2
Kinostart 21.10.2025
Länge: 88 minuten
Produktionsland Finland
Genre: Action | Kriegsfilm
Regie Jalmari Helander
Executive Producer Gregory Ouanhon | Antonio Salas
Producer Petri Jokiranta | Mike Goodridge
Kamera Mika Orasmaa
Visual Effects Filip Popov
Musik Juri Seppä | Tuomas Wäinölä
Cast Jorma Tommila, Stephen Lang, Richard Brake, Tommi Korpela, Kaspar Velberg, Pääru Oja, Erki Laur, Maksim Demidov, Mart Nurk, Riho Rosberg, Martin Kork, Sten Zupping, Veiko Porkanen, Elias Keränen, Robin Täpp, Indrek Taalmaa, Karl Jakob Bartels, Oskar Kröönström, Kristjan Taska, Mauri Liiv

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