Rezension
Das Tempo, in dem sich Pixar an Repräsentation scheint bisweilen ein skurriler Tanz voller Seitenschritte und Ausweichmanöver. TURNING RED wurde als erster Spielfilm des Studios mit asiatischer Hauptfigur angekündigt, aber dann im Streaming abgestellt. ELEMENTAL bekam immerhin den verdienten Kinostart, doch darin war die von Leah Lewis gesprochene Heldin eine anthropomorphe Flamme. Daniel Chongs zweites Kino-Feature HOPPERS kreiert mit der entschlossenen Umweltaktivistin Mabel Tanaka (Stimme: Piper Curda) schließlich eine dynamische asiatische menschliche Protagonistin. Allerdings ist die für den größeren Teil der bewährten Mischung aus Tier-Abenteuer, Fantasy, Freundschafts- und Familiengeschichte (mit einer kleinen Prise psychedelischen Sci-Fi-Horrors) ein sprechender Biber. Genauer gesagt: ein Biber-Android.
Der Roboter-Nager, in den ein menschlicher Geist gebrannt wird, ist einer der von Mabels Biologie-Professorin Dr. Sam (Kathy Najimy) entwickelten Hoppers. Sie erhofft sich neue Erkenntnisse über das Tierreich, dem am kleinstädtischen Handlungsschauplatz die Verdrängung droht. Bürgermeister Jerry (Jon Hamm) will für die überflüssige Schnellstraße den örtlichen See und die Lichtung zubetonieren will. Das grüne Idyll, das Mabel ihrer verstorbenen Großmutter (Karen Huie) zu schützen versprochen hat, gilt allerdings nur als Naturschutzgebiet, wenn dort eine geschützte Art lebt. Wie ein Biber. Also verpflanzt Mabel mittels mentaler Teleportation ihren Geist in den Biber-Roboter und geht auf die Suche nach einem echten Exemplar.
Sie findet einen Berg exilierter Wildtiere, die Jerrys akustische Attacken aus ihrer Heimat vertrieben haben. Doch mit Mabels Unterstützung setzten sich die Tiere monarchisch sozialisierten Tiere unter Regentschaft des jovialen King George (Bobby Moynihan) zur Wehr. Das Ganze ist praktisch Avatar mit kinderfreundlicher Öko-Message, die das White-Savior-Trope durch ein Human-Savior-Trope ersetzt. Das Konzept, dass die Fauna zu verpeilt sei, um sich ohne menschliche Anleitung zu behaupten, ist ähnlich ambivalent wie die Vorstellung von Erb-Adel als wortwörtlich natürlicher Ordnung. Zwiespältig ist auch das verstaubte Fantasy-Prinzip des Körper-Tauschs, der echte Empathie negiert.

Hoppers ©2026 Disney | Pixar
Fazit
Sarkastische Gags über fressen und gefressen werden zementieren unterschwellig die darwinistischen Sozialhierarchien in Daniel Chongs hektischem Animations-Abenteuer. Dessen drollige Tier-Charaktere wirken mehr für Merchandising optimiert statt für den thematisch überfrachteten Plot. Dessen derivative Sci-Fi-Elemente verdrängen die melancholischen Motive familiären und ökologischen Verlusts ebenso wie die Frage nach Grenzen und Effektivität aktivistischer Aktionen. So flauschig die tierischen Figuren aussehen, so konventionell sind Zeichenstil und Ästhetik. Der fabelhafte Voice-Cast mit Cameos von Meryl Streep und Heid Klum kann den Mangel charakterlicher Tiefe nicht ausgleichen. Überdrehte Action, unebener Humor zwischen naiver Slapstick und gehässiger Bissigkeit und ein scheinheiliges Ende spiegeln die dramaturgische Unentschlossenheit.
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| Originaltitel | Hoppers |
| Kinostart | 4.3.2026 |
| Länge: | 105 minuten |
| Produktionsland | United States of America |
| Genre: | Animation | Familie | Science Fiction | Komödie | Abenteuer |
| Regie | Daniel Chong |
| Executive Producer | Pete Docter | Peter Sohn | Kiri Hart | Domee Shi | Lee Unkrich |
| Producer | Nicole Paradis Grindle |
| Kamera | Jeremy Lasky | Ian Megibben |
| Visual Effects | Beth Albright |
| Musik | Mark Mothersbaugh |
| Cast | Piper Curda, Bobby Moynihan, Jon Hamm, Kathy Najimy, Dave Franco, Eduardo Franco, Aparna Nancherla, Tom Law, Sam Richardson, Melissa Villaseñor, Isiah Whitlock Jr., Steve Purcell, Ego Nwodim, Nichole Sakura, Meryl Streep, Karen Huie, Lila Liu, Eman Abdul-Razzak, Vanessa Bayer, Joe Spano |
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