Kurzreview
aus dem Programm der 76. Internationalen Filmfestspiele von Berlin
Mitten im kambodianischen Regenwald führt ein mysteriöser Hubschrauberabsturz die Figuren von INCIDENT ON THE MOUNTAIN zusammen: einen Journalisten, der versucht, dem Absturz auf den Grund zu gehen, einen Soldaten, der ihn zur Stelle des Absturzes begleitet und einen Schamanen, der von alten Ritualen berichtet. Was genau sich vor Jahren ereignete, bleibt nur äußert vage, – ein Grundstein für die Mythenbildung, aber auch ein generelles Problem von Handlung, Figuren und Stilmitteln von Savunthara Sengs zwanzigminütigen Kurzfilm. In diesem scheint der Regenwald selbst öfter zu sprechen, als seine kargen Charaktere, die in emotionsarmen Begegnungen nach und nach sichtbare und unsichtbare Narben offenlegen.
![Zwei Personen sitzen in einem bewaldeten, schattigen Gelände auf dem Boden und auf einem Felsen. Im Hintergrund steht ein großer Baum mit ausladenden Wurzeln, die sich über einen Felsen ziehen. Sonnenlicht fällt durch das dichte Blätterdach und erzeugt helle Flecken auf dem Waldboden. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/02/202607555_2-1400x840.webp)
Incident on the Mountain © Anti-Archive, Savunthara Seng
Wirklich packend oder tief sind dabei weder die anfänglichen Aufklärungsversuche, die Andeutungen einer Militäroperation, die Beobachtung von aufkommenden (Verschwörungs-)Erzählung, die übersinnlichen Facetten noch einige der handwerklichen Ansätze. Letztere bleiben Fingerübungen, die die Regenwaldkulisse hin und wieder solide in Szene setzen, in anderen Momenten, wie den technisch flackernden Lichtern, aus der Immersion reißen.
Geheimnisse und Potenziale schlummern zur Genüge in der Geschichte und auch der Inszenierung, zu einem eindringlichen Kurzfilm entwickeln sie sich in INCIDENT ON THE MOUNTAIN nie. Dieser franzt zum Ende hin aus, statt einmal richtig zuzupacken, bannt für kurze Augenblicke, hinterlässt letztlich aber eher ratlos. Ein Regenwald und die darin wandelnden Figuren haben schon eindringlicher gesprochen. Auch in den Berlinale Shorts. Bei Payal Kapadias (ALL WE IMAGINE AS LIGHT) „What is Summer Saying“ zum Beispiel.
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| Originaltitel | Oupatevak het tam phnom |
| Kinostart | 17.2.2026 |
| Länge: | 21 minuten |
| Produktionsland | Cambodia |
| Genre: | Drama |
| Regie | Savunthara Seng |
| Producer | Davy Chou | Danech San | Daniel Mattes |
| Musik | Lynn Nandar Htoo |
| Cast | Reach Pich, Vankosal Keo, Vollak Kong |
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![Szenenbild von Incident on the Mountain: Eine Person mit hellem, kurzärmligem Hemd steht aufrecht in einem dichten, schattigen Wald. Sonnenlicht fällt stellenweise durch das Blätterdach und erzeugt helle Flecken auf dem Boden und der Kleidung. Im Hintergrund sind zahlreiche Äste und Blätter zu sehen, die eine verwachsene, natürliche Umgebung bilden. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/02/©-Anti-Archive-Savunthara-Seng-202607555_1.webp)



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