Review
Sam Raimi erfreut sich dank Filmen wie TANZ DER TEUFEL, ARMEE DER FINSTERNIS, SPIDER MAN mit dem Schauspieler Tobey Maguire sowie der Produktion an EVIL DEAD RISE großer Beliebtheit. Mit dem Film SEND HELP führt der Regisseur seit DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS wieder selbst Regie und überrascht die Rezipienten, da der Film auf den ersten Blick wie eine makabere Rom-Com und nicht der typische Raimi-Wahn wirkt. Doch mit Fortlaufen der Handlung wird das Publikum beruhigt werden können.
Linda Little (Rachel McAdams) arbeitet seit bereits sieben Jahren als Strategin für ein Unternehmen und brennt für den Job. Mit einem anstehenden Managerwechsel erhofft sich die Angestellte, welche eher unfreiwillig unter dem Radar fliegt, eine Beförderung auf eine Topposition. Doch zu ihrem Entsetzen muss Linda feststellen, dass ihr neuer Vorgesetzte Bradley Preston (Dylan O’Brien) sie mobbt und am liebsten raus haben will. Da dieser aber einen wichtigen Deal auf Übersee über die Bühne bringen will, muss Linda ein letztes Mal der Firma zu Diensten sein.
Doch das Blatt wendet sich blitzschnell, als das Privatflugzeug abstürzt und Linda sowie Bradley die einzigen Überlebenden des Unfalls. Bewegungsunfähig dank einer Beinverletzung und überfordert ohne Zivilisation ist Bradley auf seine Angestellte angewiesen. Es beginnt ein Kampf ums Überleben, welcher aber in immer mehr Konflikten zwischen den beiden verlorenen Menschen endet und dafür sorgt, dass die Karten der Führungsrolle neu gemischt werden.
Locker unterhaltsam, aber…
SEND HELP ist unterhaltsam lustig, erschrickt immer wieder, erfrischend, aber vor Allem locker. Das Machtgefälle, der Wechsel der Kontrolle und die Realisation des Kontrollverlusts garantieren den Rezipienten Unterhaltung pur, obwohl sich der Film damit gar nicht mal wirklich nach der Sam-Raimi-Note anfühlt. Vielmehr dürfen sich die Zuschauenden auf eine Ermittlung und Schnitzeljagd begeben, wenn diese sich fragen, woher Rachel McAdams schon wieder den neuen Gegenstand wie ein scharfes Messer oder einen Bikini her hat. Das sorgt dafür, dass auf jedes Detail geachtet wird.
Erst im letzten Drittel von SEND HELP kommt der Wahnsinn des amerikanischen Regisseurs, den sich die Fans erhofft haben, wirklich zur Geltung. Denn die Spannung zwischen Rachel McAdams und Dylan O’Brien wird immer angespannter und endet in einem Finale, welches Blut, wilde Szenen sowie Adrenalin pur verspricht. SEND HELP bietet damit einen angenehm unterhaltsamen Genrewechsel im Finale, welcher die Zusehenden nochmal so richtig mitreißt.
Das ist leider auch notwendig, da trotz der Unterhaltung immer wieder Langeweile beim Publikum aufkommt. Das liegt daran, dass SEND HELP mit seinen 113 Minuten schlicht zu lang ist, Twists sowie Handlungsentwicklungen immer vorhersehbarer werden und sich teils sogar wiederholen. Zudem braucht der Film ein wenig zu lang beim anfänglichen Machtspiel, bietet repetitive Diskussionen und wirkt vereinzelt zu konstruiert. Das ärgert das Publikum ein wenig, da der Film eigentlich der perfekte charmante 90 Minüter wäre.
![Eine Person liegt entspannt auf einer improvisierten Konstruktion aus Ästen und Seilen. Sie trägt ein helles Oberteil und hat Blätter auf dem Kopf. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen und unscharfe Natur zu erkennen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/SH-TF-010-1400x586.webp)
Send Help ©2026 20th Century Fox | Disney
Eine Wucht
Immerhin ist das Schauspiel von SEND HELP nicht nur versöhnlich, sondern begeistert die Rezipienten. Dylan O’Brien verkörpert den selbstverliebten sowie verwöhnten Vorgesetzten, der die Firma sowie sein Vermögen nur geerbt hat glaubhaft und schafft den Wechsel zur Verzweiflung treffend. Aber Rachel McAdams ist das wahre Highlight. Sie verkörpert sowohl die etwas schräge Mitarbeiterin, welche unter dem Radar fliegt, als auch die knallharte Überlebenskämpferin, die weiß, was sie will und wie sie es bekommt, perfekt. Die Zuschauenden lieben ihre Performance und behalten diese auch noch Tage später in Erinnerung.
Ein Manko gibt es bei Rachel McAdams dennoch, auch wenn es sich um ein kleines Detail handelt. Denn obwohl sich SEND HELP über mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate hinweg zieht, ist die Schauspielerin immer perfekt mit Makeup aufgehübscht und enthaart, beziehungsweise rasiert. Das ergibt aber keinen Sinn, da beide Charaktere bis auf sich, ihre Kleidung, das Messer und die Gegenstände der Natur sonst nichts haben. Es handelt sich einfach um ein patriarchales Schönheitsideal, welches selbst in der Wildnis omnipräsent sein muss.
Anfang 2000er
Trotz beeindruckenden Schauspiel sowie angenehmen, wenn auch erkennbaren Set am Strand sieht SEND HELP echt nicht schön aus. Das CGI ist jederzeit klar erkennbar und drückt sich omnipräsent auf. Die CGI-Insel selbst ist da noch das Harmlose. Rausgerissen werden die Rezipienten in Momenten wie dem mit dem digital generierten Wildschwein, welches jederzeit uncanny wirkt und eher zu der Komödie ANACONDA mit Jack Black passt. Und auch im Finale kommt es zu Momenten, in denen der Einsatz von digitalen Effekten Unverständnis auslöst, da diese Momente auch mit praktischen Effekten hätten gelöst werden können.
![Zwei Personen stehen mit großem Abstand zueinander am Rand eines weitläufigen Sandstrandes. Der Himmel ist bewölkt, das Licht wirkt gedämpft. Im Hintergrund erstreckt sich das ruhige Meer bis zum Horizont. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/SH-TF-008-1400x586.webp)
Send Help ©2026 20th Century Fox | Disney
Fazit
SEND HELP überzeugt mit einer interessanten Prämisse, hervorragenden Schauspiel sowie einem überraschend, herrlich aufgedrehten Finale, welches Sam Raimi pur ist. Doch der Film braucht zu lange, um den Punkt zu erreichen. Immer wieder langweilen sich die Rezipienten durch zu konstruierte sowie repetitive Momente, wodurch Details wie die perfekt rasierte Rachel McAdams inmitten des wochenlangen Ausharrens in der Wildnis auffallen. Und auch, wenn SEND HELP wie ein zu langer Action-Comedy-Streifen aus den frühen 2000ern wirkt, stört es, dass das CGI genauso aussieht. Dennoch ist der Film eine Empfehlung für Sam Raimi Fans und lockere Unterhaltung für zwischendurch.
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| Originaltitel | Send Help |
| Kinostart | 22.1.2026 |
| Länge: | 114 minuten |
| Produktionsland | United States of America |
| Genre: | Horror | Thriller | Komödie |
| Regie | Sam Raimi |
| Executive Producer | Jonathan Hook |
| Producer | Sam Raimi | Zainab Azizi | Nicholas Simon |
| Kamera | Bill Pope |
| Visual Effects | Everett Burrell | Jason H. Snell |
| Musik | Danny Elfman |
| Cast | Rachel McAdams, Dylan O'Brien, Edyll Ismail, Dennis Haysbert, Xavier Samuel, Chris Pang, ธเนศ วรากุลนุเคราะห์, Emma Raimi, Bruce Campbell |
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![Eine Person mit langen, lockigen Haaren trägt ein helles, langärmliges Hemd und hält einen langen Stock oder Speer. Die Umgebung ist dicht bewachsen mit großen, grünen Blättern und tropischen Pflanzen. Sonnenlicht fällt durch das Blattwerk und erzeugt helle und schattige Bereiche. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/SH-01988_R.webp)

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