Review
Kinofilme zu der bekannten Hörspielreihe „die drei Fragezeichen“ sind nichts neues, aber 2023 erfolgte mit DIE DREI ??? – ERBE DES DRACHEN ein Reboot, welches jetzt mit DIE DREI ???: TOTENINSEL seinen dritten Teil bekommt. Der Film beruht auf der gleichnamigen hundertsten Folge des Hörspiels und wurde wie schon der Film von 2023 vom Regisseur Tim Dünschede inszeniert.
Justus Jonas (Julius Weckauf), Peter Shaw (Nevio Wendt) und Bob Andrews (Levi Brandl) haben Sommerferien und freuen sich eigentlich auf Urlaub, als plötzlich das Telefon klingelt und eine röchelnde Stimme das Rätsel der Sphinx wissen will. Schnell wird klar, dass es sich nicht um die griechische Mythologie, sondern eine Geheimorganisation unter der Leitung des Archäologen Professor Phoenix (Andreas Pietschmann) handelt.
Als dann noch herauskommt, dass hinter dem mysteriösen Anrufer der Erzfeind der drei Detektive – Skinny Norris (Filip Schnack) – steckt, welcher vom Milliardär Joseph Saito Hadden (Simon Kluth) gezwungen wird, die Organisation Sphinx zu einer Ausgrabung auf die Insel Makatao, welche auch Toteninsel genannt wird, zu begleiten, wittert Justus Jonas ein großes Abenteuer.
Vorab
Ich muss vorab anmerken, dass ich selbst ein riesiger Fan der Hörspielreihe bin und mich dementsprechend auf DIE DREI ???: TOTENINSEL gefreut habe. Immerhin zählt die Folge nicht zuletzt dank ihrer Kapitalismuskritik und der Kritik an den USA zwecks Atomwaffentests, Aufrüstung, Leichenschändung sowie Vertuschung durch die CIA zu meinen Lieblingsfolgen und die Tatsache, dass Autor des Buchs und der Folge – André Marx – selbst als Berater dabei war, hat Hoffnung gemacht.
Ein Hingucker
Optisch kann DIE DREI ???: TOTENINSEL nicht nur erstrahlen, sondern ist gerade für einen deutschen Kinder- und Jugendfilm überraschen hübsch und auf Augenhöhe mit einigen Hollywood-Produktionen. Das CGI ist mehr als nur überzeugend, weshalb die namensgebende Toteninsel wirklich wie ein bedrohlicher Vulkan wirkt, der kurz vor dem Ausbruch steht. Das überzeugt nicht nur die jüngeren Fans, sondern begeistert auch die erwachsenen Fans des Franchise.
Ebenso sind die Sets von DIE DREI ???: TOTENINSEL wie schon bei den beiden Vorgängern wertig und geben den perfekten Vibe von der Kleinstadt Rocky Beach wider. Zwar haben die Rezipienten das Gefühl, dass die Darstellung immer wieder klischeebeladen ist, aber das passt, da auch die Hörspiele und Bücher bunt von der sonnigen Küste Kaliforniens sowie dem Kontrast zwischen Großstadt und gemütlichen Kleinstädten mit Holzhäusern gesprochen haben.
![Mehrere Personen stehen in einem offenen, steinernen Durchgang und blicken nach draußen. Die Szene spielt in einer Umgebung mit dunklen Steinwänden und vereinzeltem Grün im Hintergrund. Die Kleidung der Personen ist überwiegend in gedeckten, erdigen Farbtönen gehalten. Die Tür weist reliefartige Muster auf. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/DT_69_MG_2239-1400x933.webp)
Die drei ??? – Toteninsel © 2025 Wiedemann und Berg Film GmbH / Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH
Die Kostüme selbst sehen wertig aus und gerade das Aussehen von Skinny Norris (Filip Schnack) ist ein Traum, da dieser dadurch mehr als nur queercoded ist. Abseits davon will DIE DREI ???: TOTENINSEL mit seinen Kostümen von Professor Phoenix, Dr. Maria Svenson (Katja Lechthaler) und den weiteren Sphinx-Mitgliedern ein wenig zu sehr auf Actionfilm setzen. Es sieht zwar wertig, aber dennoch überzeichnet aus.
Deutsches Kaliforniern
Obwohl DIE DREI ???: TOTENINSEL abseits seiner Expedition nach Mikronesien in Kalifornien spielt und die Leistung von Nevio Wendt als Peter, Momo Beier als Jelena sowie Filip Schnack als Skinny überzeugend ist, fühlt sich der Film dank des restlichen Casts immer noch sehr deutsch an. Gerade Jördis Triebel als Tante Mathilda und Florian Lukas als Onkel Titus wirken da eher wie der komödiantische Part aus einer deutschen Teenie-Krimiserie.
Zudem wirken die drei Detektive und insbesondere Justus Jonas immer wieder unsympathisch. Zwar mochte der erste Detektiv auch in der Vorlage Jelena nicht wirklich, das lag aber daran, dass er die drei Detektive als etwas exklusives betrachtet hat. In DIE DREI ???: TOTENINSEL wirkt es immer wieder, dass Julius Weckauf den beleidigten jungen Mann mimen muss, da eine Frau/ein Mädchen ihm intellektuell die Stirn bieten kann.
![Vier Personen stehen im Freien auf sandigem Boden. Im Hintergrund sind eine blaue Hauswand, eine Palme und ein Verkehrsschild zu sehen. Eine Person trägt ein langärmeliges, cremefarbenes Oberteil mit dunkelblauem Schriftzug und hellblaue Jeans. Eine weitere Person trägt ein kariertes Hemd über einem roten T-Shirt. Die dritte Person trägt ein rosafarbenes Langarmshirt und eine Halskette. Im Vordergrund sitzt eine Person mit zusammengebundenen Haaren und gestreiftem Oberteil mit dem Rücken zur Kamera. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/MG_2341-1400x788.webp)
Die drei ??? – Toteninsel © 2025 Wiedemann und Berg Film GmbH / Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH
Der krasse Kontrast
Bis auf Jelena, Sphinx, (leicht abgewandelt) Hadden und Makatao hat DIE DREI ???: TOTENINSEL mit seiner Vorlage wenig gemein. Die Kapitalismuskritik, Kritik an Atomwaffen, das Vertuschen der CIA sowie das Wissen, dass Kontakt zur Polizei gleichzeitig Kontakt zur CIA bedeuten, fehlt komplett, obwohl Originalautor André Marx beteiligt war. Das sorgt dafür, dass das Drehbuch nicht nur vor Logiklücken strotzt, sondern der Film auch zahnlos und ohne Moral wirkt.
Denn im Hörspiel war Hadden der knallharte Unternehmer, der wusste, dass sich auf der Toteninsel ehemalige Atomraketen der USA befinden und er wollte Sphinx nutzen, um diese Technologie in seinen Besitz zu bringen, wodurch Dr. Svenson Gelegenheit bekam, die Atomraketentests und das Verstecken dieser in Gräbern zu kritisieren, während Olin (hier gespielt von Jannik Schümann) vom CIA eingeschleust wurde, um die Expedition und damit schlimmeres in Form von Truppen zu verhindern.
Da die Atomraketen DIE DREI ???: TOTENINSEL fehlen, fehlt auch die CIA und damit ein entscheidender Spannungsfaktor der Vorlage. Zudem ist Hadden jetzt ein japanischer Einwanderer, welcher durch den Film als Selfmade-Milliardär beschrieben wird und auf der Insel nach einem Schatz von Natives suchen lässt,

Die drei ??? – Toteninsel © 2025 Wiedemann und Berg Film GmbH / Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH
Damit entfällt nicht nur die Kritik an Kapitalisten, da der sogenannte Selfmade-Weg als erstrebenswert und löblich dargestellt wird, die Kritik an den USA wird mit der Herkunft des Antagonisten komplett ausradiert, da dessen Vorfahren aus Japan kommen. Das hat nicht nur einen ekelhaften – leicht rassistischen – Beigeschmack, sondern entfernt die Kernaussage, die Moral sowie die Kritik der Vorlage komplett. Die Produktion von DIE DREI ???: TOTENINSEL wollte den USA scheinbar nicht zu sehr auf den Zahn fühlen.
Fazit
DIE DREI ???: TOTENINSEL sieht zwar wertig produziert aus und präsentiert mit Momo Beier als Jelena den notwendigen Feminismus, jedoch wirkt die angesprochene Barrierefreiheit ihrerseits wässrig, da die Schauspielerin im Gegensatz zur Figur selbst nicht auf den Rollstuhl angewiesen ist. Zudem wirken die drei Ermittler immer wieder zu wenig wie Detektive, sondern eher wie Abenteurer, welche kaum kombinieren können.
Doch die wahre Frechheit ist das zahnlose Auftreten von DIE DREI ???: TOTENINSEL. Die Kapitalismuskritik weicht dem Lobpreisen der Milliardäre und reproduziert dreist die Selfmade-Lüge und zeitgleich wird die Kritik an Atomwaffen und den USA zugunsten eines schurkischen Japaners komplett weggelassen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, jeden Imperialismus zu benennen und zu kritisieren.
Aber so verteidigt und lobpreist DIE DREI ???: TOTENINSEL die USA, während die Änderung am Drehbuch einen essentiellen Redemptionark der Vorlage verhindert und für ein zu abgehetztes Ende sorgt, welches zudem Raum für Copaganda lässt. Der feuchte Traum eines liberalen Komplettpakets. Fans sind mit dem Hörspiel deutlich besser bedient.
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| Originaltitel | Die drei ??? – Toteninsel |
| Kinostart | 22.1.2026 |
| Länge: | 104 minuten |
| Produktionsland | Germany |
| Genre: | Familie | Krimi | Abenteuer |
| Regie | Tim Dünschede |
| Executive Producer | Isabel Haug |
| Producer | Max Wiedemann | Quirin Berg | Johanna Bergel | Justyna Müsch |
| Kamera | Holger Jungnickel |
| Cast | Julius Weckauf, Nevio Wendt, Levi Brandl, Jördis Triebel, Florian Lukas, Filip Schnack, Andreas Pietschmann, Jannik Schümann, Simon Kluth, Katja Lechthaler, Florentine Behrend |
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![Drei Personen stehen in einem dunklen Raum und halten Taschenlampen, deren Lichtkegel nach vorne gerichtet sind. Die Personen tragen Freizeitkleidung und haben Tücher oder Halstücher um den Hals. Im Hintergrund sind Werkbänke und verschiedene Gegenstände zu erkennen, die auf eine Werkstatt oder einen Kellerraum hindeuten. Das Licht der Taschenlampen erzeugt einen blauen Schein und hebt Staubpartikel in der Luft hervor. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/DT_60_MG_9542-Enhanced-NR.webp)



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