Review
DEAD OF WINTER ist ein US-Amerikanischer und deutscher Actionthriller vom Regisseur Brian Kirk (bekannt für 21 BRIDGES – JAGD DURCH MANHATTAN, LUTHER, DEXTER). LEONINE Studios sowie das ZDF waren Koproduzenten und der deutsche Filmförderfond sowie die Film- und Medienstiftung NRW waren mit circa einer Millionen Euro beteiligt. Die Geschichte soll von der Tante des Drehbuchautoren Dalton Leeb inspiriert sein.
Barb (Emma Thompson) trauert immer noch um ihren verstorbenen Ehemann, dessen letzten Wunsch sie nun nachkommen will: Seine Asche an dem See verstreuen, an dem die Beiden ihr erstes Date hatten. Dafür muss sie tief in die Wälder Minnesotas fahren. Ganz ohne Handyempfang ist die Witwe nun auf sich gestellt und muss bald merken, dass sie nicht allein ist. Barb wird Zeugin einer Entführung und will das junge Mädchen (Laurel Marsden) aus den Fängen der Entführer (Judy Greer und Marc Menchaca) befreien.
Die weibliche Liam Neeson?
Was die Handlung angeht, erinnert DEAD OF WINTER im ersten Moment an die Liam-Neeson-Actionfilme, wie THE ICE ROAD, welche vermehrt direkt zu Release auf Prime, Netflix und weiteren Streamern erscheinen. Doch auch, wenn der Actionthriller mit Emma Thompson ebenfalls eine ältere Person präsentiert, welche ungewollt in ein spannungsgeladenes Szenario hineingezogen wird, grenzt sich der Film deutlich von den letzten Werken des betagten britischen Actionschauspielers ab.
Denn in DEAD OF WINTER geht es nicht um Kartelle, schurkenhafte Konzerne, korrupte Politiker, oder was das Drehbuchbingo generischer Actionfilme so hergibt. Viel mehr geht es um Emma Thompson als trauernde Witwe, die alles andere, als eine ehemalige Supersoldatin ist. Und auch die Antagonisten sind nicht von Gier getrieben. Zwar sind diese definitiv die Bösen, aber die Rezipienten können die Beweggründe der todkranken Judy Greer zumindest etwas nachvollziehen. Das sorgt für deutlich mehr Spannung zwischen beiden Parteien.
Kopf statt Kraft
Auch die Action von DEAD OF WINTER hebt sich deutlich von den meisten Actionfilmen für Streamer oder auch Brian Kirks eigenen 21 BRIDGES – JAGD DURCH MANHATTAN ab. Denn Emma Thompsons Charakter kann und will gar nicht mit brutaler Muskelstärke überzeugen und benutzt viel lieber das Köpfchen. So werden raffinierte Fallen gestellt, bei denen die Rezipienten mit raten können was genau passieren wird.
![Vorderansicht eines grauen Geländewagens mit vereister Windschutzscheibe und zwei runden Scheinwerfern auf dem Dach. Im Hintergrund sind Bäume und ein bewölkter Himmel zu sehen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/TheFisherwoman_Cinematics_274699-1400x587.webp)
Dead of Winter – Eisige Stille ©2026, Leonine
Doch DEAD OF WINTER kann das Alter von Emma Thompson auch nicht vollends verstecken. Zwar geht der Film offen damit um, aber dennoch gibt es vereinzelte Szenen, in denen das Geschehen für die Rezipienten zu langsam ist. Und auch die Action selbst dürfte dann trotz der FSK 12er Freigabe ein wenig häufiger und expliziter sein. So wird für die Rezipienten nicht ganz klar, ob sich der Film lieber auf die Trauer der Witwe oder die Entführung fokussieren will.
Die Natur als optisches Highlight
Dieses Jahr erschien ebenfalls der Actionfilm ICEFALL – BIS DAS EIS BRICHT! mit Danny Huston als Antagonisten und Joel Kinnaman in der Hauptrolle. Nicht nur, dass es sich um einen generischen Actionfilm und Video-on-Demand-Release handelt, der Film war auch unfassbar hässlich. Obwohl dieser mit der weiten verschneiten Landschaft glänzen könnte, findet fast alles vor billigen sowie erkennbaren Greenscreens statt.
Davon hebt sich DEAD OF WINTER mehr als nur ab. Brian Kirks Film präsentiert die verschneite Landschaft Minnesotas bildschön, übertrifft damit nochmal die eisigen Wälder aus dem Western THE THICKET: JAGD AUF CUT THROAT BILL und hinterlässt bei den Rezipienten damit eine eisige Kälte.
![Eine Person in dunkler Winterkleidung steht vor einer am Boden liegenden Person. Die stehende Person trägt eine Mütze und hält Gewehr in den Händen. Im Hintergrund sind bewaldete Ufer und ein bewölkter Himmel zu sehen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/TheFisherwoman_Cinematics_446006-1400x587.webp)
Dead of Winter – Eisige Stille ©2026, Leonine
Let him cook
Die Musik ist überraschenderweise vom Komponisten Volker Bertelmann, welcher für seine Scores von KONKLAVE sowie IM WESTEN NICHTS NEUES bekannt ist. Zuletzt enttäuschte mich der deutsche Komponist mit seinem Score von A HOUSE OF DYNAMITE, da dieser zu viele Ähnlichkeiten mit KONKLAVE hatte und wie eine Resteverwertung klang. Doch das ist in DEAD OF WINTER nicht der Fall.
Im Gegenteil sogar, Volker Bertelmann hat wieder seiner Kreativität freien Lauf gelassen und den Film sowie das eisig-verschneite Setting perfekt untermalt. Nicht nur das, es gibt Momente in DEAD OF WINTER, in denen der Score über das Geschehen heraussticht. Das ist nicht Volker Bertelmann anzukreiden, sondern eher der Inszenierung des Films. Doch, wenn der Komponist so weiter macht, kann er einer der Favoriten in Hollywood werden.
Fazit
DEAD OF WINTER ist ein durch und durch solider Actionfilm, der vor allem durch seine Landschaftsaufnahmen, Volker Bertelmanns Musik sowie die kreative Inszenierung der Action auffällt. Doch in manchen Momenten zieht sich der Film ein wenig zu sehr, wodurch die 98 Minuten minimal zu lang wirken. Doch wer Fan vom Actionkino und bereit für neue Ideen ist, wird mit DEAD OF WINTER seine Freude haben.
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| Originaltitel | Dead of Winter |
| Kinostart | 23.9.2025 |
| Länge: | 97 minuten |
| Produktionsland | Germany |
| Genre: | Thriller | Action |
| Regie | Brian Kirk |
| Executive Producer | Emma Thompson | Gideon Yu | Chris Bosco | Elizabeth A. Bell | Oana Iancu | Jonathan Saubach | Klaus Dohle | Samuel Hall | Michael J. Rothstein | Tale Heydarov | Nijat Heydarov |
| Producer | Greg Silverman | Jon Berg | Maximilian Leo | Jonas Katzenstein | Max Wiedemann | Quirin Berg | Max Conradt | Cosima von Spreti |
| Kamera | Christopher Ross |
| Visual Effects | Juri Stanossek |
| Musik | Volker Bertelmann |
| Cast | Emma Thompson, Judy Greer, Marc Menchaca, Laurel Marsden, Gaia Wise, Cúán Hosty-Blaney, Dalton Leeb, Lloyd Hutchinson, Brían F. O'Byrne, Paul Hamilton |
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![Eine Person trägt eine helle Strickmütze und eine Jacke mit Kragen. Der Hintergrund zeigt einen wolkenverhangenen Himmel mit gedämpften Farben. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/01/TheFisherwoman_Cinematics_448980.webp)

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