Kurzreview
aus dem Programm der 76. Internationalen Filmfestspiele von Berlin
„The first time I saw two black men in love in an african film. In any film, actually“, sagt einer der Protagonisten über Mohamed Camaras DAKAN, den Gaël Kamilindis in TAXI MOTO wortwörtlich im Pflanzendickicht aufspürt. Camaras 1997 erschienenes Drama gilt als erster westafrikanischer Film, der sich mit Homosexualität auseinandersetzte; Kamilindis Kurzfilm dreht sich um einen Filmemacher, gespielt vom Regisseur selbst, der ebenfalls eine Liebesgeschichte zweier Männer inszenieren will, das in seiner Heimat in Ruanda aber so nicht umsetzen darf.
![Motorradfahrer mit dunkler Kleidung fährt auf einer Straße, im Vordergrund ist ein verschwommenes Fahrzeug zu sehen. Im Hintergrund sind Bäume und ein Zaun erkennbar. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/02/202610799_2-1247x933.webp)
Taxi Moto © ADOK FILMS
In TAXI MOTO begegnen sich nun eine zwischenmenschliche Begegnung, romantische Schemen und Metareflektionen über queeres Filmeschaffen, den Umgang mit Zensur, Repräsentation im Film. All das in ruhigen, warmen Bildern, ohne zu belehren und mit einer fantastischen Chemie zwischen seinen Darsteller*innen. Kamilidni und Erwan Kepoa Falé tragen die kleinen Dialoge, die die Bedeutung queerer Sichtbarkeit aber auch innere Konflikte anreißen, zärtlich ausarbeiten, kurze, intime Blicke in die Figuren hineinwerfen, Entfremdungserfahrungen aufzeigen.
An einem schwül-warmen Sommertag schlendern die Figuren umher, gehen aufgesetzten Selbstreferenzen eines Films im Film aus dem Weg, halten Inne für einen ausgiebigen Kuss. Ähnlich wie in Cheryl Dunyes Klassiker des Black Queer Cinemas THE WATERMELON WOMEN, der im diesjährigen Berlinale-Programm wiederaufgeführt wird (!), reift eine leise, unverfrorene, intime Widerstands- und Stimmkraft. Im Falle von Gaël Kamilindi eine, die in Zukunft gern öfter auf der großen Leinwand zu sehen sein kann.
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| Originaltitel | Taxi moto |
| Kinostart | 14.2.2026 |
| Länge: | 21 minuten |
| Produktionsland | Switzerland |
| Genre: | Drama |
| Regie | Gaël Kamilindi |
| Kamera | Éva Sehet |
| Cast | Gaël Kamilindi, Erwan Kepoa Falé |
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![Szenenbild aus Taxi Moto: Zwei Personen stehen inmitten dichter, tropischer Vegetation. Große, grüne Blätter und verschiedene Pflanzen umgeben sie. Die Kleidung ist gemustert und in gedeckten Farben gehalten. Das Licht fällt durch das Blätterdach und erzeugt Schatten auf den Pflanzen und den Personen. [erstellt mit KI]](https://riecks-filmkritiken.de/wp-content/uploads/2026/02/©-ADOK-FILMS.webp)



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