Review Fakten + Credits


Darum geht es
Capital B - Wem gehört Berlin? | Bild aus der Dokumentationsreihe

Capital B – Wem gehört Berlin? ©2023 Ma Raab | Port au Prince | Fruitmarket

Ob Hausbesetzer-, Hip Hop-, Skater-, oder Technoszene. All das macht die deutsche Hauptstadt Berlin spätestens seit der Wiedervereinigung der BRD und DDR wieder aus. Aber was versteckt sich unter der Oberfläche Berlins, die teils auch für den schlechten Ruf der Metropole verantwortlich ist. Wie verlief die Wiedervereinigung? Was waren Ängste und Sorgen der Ostberliner*innen? Und vor allem: Hat die Politik genug für eine Wiedervereinigung und eine Attraktivität Berlins gesorgt?

Review

Berlin: Von den einen verhasst und von den anderen geliebt. Aber was macht diese Stadt so aus und vor allem so besonders. Warum wollen so viele junge Menschen in die deutsche Hauptstadt ziehen, warum ist die Techno- sowie Hausbesetzerszene gerade in der Metropole so groß und was haben die Wiedervereinigung, SPD, Grüne und CDU damit zu tun. Das alles sind Fragen, denen die ARTE-Dokumentation CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN? versucht auf dem Grund zu gehen. Dabei darf sich das Publikum über bekannte Gesichter, wie unter anderem Kool Savas, Peter Fox, aber auch die Grünen-Politikerin Renate Künast zu Gast.

Capital B - Wem gehört Berlin? | Bild aus der Dokumentationsreihe

Capital B – Wem gehört Berlin? ©2023 Ben de Biel

Historische Einordnung

CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN? beschäftigt sich mit der Geschichte Berlins seit der Maueröffnung und der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Hierbei bietet die Dokumentation einen interessanten Blick, der sich für das Publikum aufgrund der Gäste vereinzelt sogar persönlich anfühlt. Gerade auf die Wiedervereinigung und die damit verbundenen Probleme wird ein Fokus gelegt, der noch einmal mehr die ungleiche Behandlung zwischen Ost- und Westdeutschen aufzeigt, aber dabei auch nicht den Blick auf Menschen mit Migrationshintergrund verliert.

Die Zuschauenden erfahren, warum größtenteils Westdeutsche linke Hausbesetzer*innen sich in Bezirken, wie Kreuzberg plötzlich so wohl gefühlt haben, wie die Regierung und insbesondere die SPD dafür gesorgt hat, dass der Kampf gegen die Linken eskaliert und dabei noch ihre eigenen Wege verfolgt, die nicht immer ganz so legal waren. Das kommt dem Publikum teils schon wie eine Folge HOUSE OF CARDS vor, was es umso gruseliger macht, da die Geschehnisse in Berlin real und so geschehen sind.

Capital B - Wem gehört Berlin? | Bild aus der Dokumentationsreihe

Capital B – Wem gehört Berlin? ©2023 Dimitrij Hegemann

Gleichzeitig zeigt CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN?, dass SPD und CDU Menschen mit Migrationshintergrund eher stiefmütterlich behandelt haben und für das heutige Klischee der Problembezirke maßgeblich verantwortlich sind. Denn die Politik hat die rechte Szene liebend gern ignoriert und war erst durch Berichterstattung durch unter anderem RBB zum Handeln gezwungen. Passend dazu fällt auch der Kommentar, dass Berlin die Stadt der Dönerbuden sei und die CDU liebend gern ein London oder Paris aus Berlin machen wollte.

Berliner Größen

Typisch für Dokumentationen sind Expert*innen, meist Historiker*innen, die sich mit dem Zeitgeschehen bestens auskennen. Ein beliebtes, sowie bekanntes Beispiel dürfte Sönke Neitzel sein, der für sein militärhistorisches Wissen geschätzt wird. CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN? geht noch einen Schritt weiter und kann Menschen befragen, die direkt am Geschehen beteiligt waren. Selbst ein Thilo Sarrazin ist sich nicht zu schade, sich zu seiner Finanzpolitik zu äußern.

Capital B - Wem gehört Berlin? | Bild aus der Dokumentation

Capital B – Wem gehört Berlin? ©2023 Landesarchiv Berlin

Am interessantesten sind jedoch die Einblicke der Menschen aus den kulturellen Szenen. Sein es DJs, ehemalige Hausbesetzer*innen aus Zwang, oder Kool Savas und Peter Fox, die das raue Berlin aus direkter Hand mitbekommen haben. Diese Einblicke dieser Menschen sind das Highlight von CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN?, da sich hier die wahre, nicht trockene politische Materie versteckt. Von diesen Menschen und Berliner Urgesteinen wird erzählt, was das echte Berlin ausmachte und ausmacht.

Fazit

CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN? bietet einen faszinierenden sowie interessanten Einblick in die Geschichte der Berliner Wiedervereinigung, die nochmal deutlich anders ablief, als die die Wiedervereinigung vom restlichen Deutschland. Die Dokumentation schafft es, die richtigen Töne zu treffen, sich nicht zu lange mit einer Perspektive aufzuhalten und ist ein wenig nostalgisch, ohne dabei aber verzerrend subjektiv zu sein. CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN? ist definitiv eine Empfehlung für alle Menschen, die sich für die Geschichte der Wiedervereinigung und die Geschichte Berlins interessieren.

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