Review Fakten + Credits


Review

SENTIMENTAL VALUE ist der neueste Film von Joachim Trier, bei dem der Regisseur wieder mit der norwegischen Schauspielerin Renate Reinsve zusammen gearbeitet hat. Diese verkörpert die Schauspielerin Nora Borg, welche mit ihrer Schwester Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) betrauert und zugleich damit leben muss, dass der jahrelang in Schweden abgetauchte Vater Gustav (Stellan Skarsgård) wieder auftaucht und mit ihr unbedingt einen emotionalen Film basierend auf der privaten Geschichte inszenieren will.

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Eine erwartbare Qualität

Das Schausiel in SENTIMENTAL VALUE ist erwartbar stark. Vor allem Stellan Skarsgård weiß mal wieder von sich zu überzeugen und beweist erneut, dass er in ANDOR den Architekten und Lenker des Rebellen-Widerstands verkörpern kann und dennoch den bodenständigen Rollen nicht abgeneigt ist. Dem Schweden gelingt es, den gescheiterten Familienvater sowie die Präsenz des anerkannten Regisseurs treffend zu verkörpern.

Doch das Lob gebührt Renate Reinsve. Ihre Präsenz in SENTIMENTAL VALUE ist so stark, dass gespielte Panikattacken, Unbehagen, emotionale Ablehnung oder Freude nicht nur überzeugen, sondern das Publikum mitreißen. Das begeistert zwar, aber die Kehrtseite der Medaille ist hierbei, dass Renate Reinsve und Stellan Skarsgård so präsent und mit solch einer Chemie spielen, dass selbst Darstellerinnen wie Elle Fanning neben dem Duo untergehen.

Eine Frau im roten Pullover lehnt mit dem Kopf gegen eine Fensterscheibe.

Sentimental Value ©2026 Kasper Tuxen Andersen

Zu viel

Der Vater-Tochter-Konflikt, den SENTIMENTAL VALUE bietet, ist glaubhaft inszeniert und bietet hitzige Wortgefechte, bei denen die Funken fliegen und Renate Reinsve gegenüber Stellan Skarsgård kein Blatt vor dem Mund nimmt. Das sorgt für solch eine aufgeladene Spannung, dass selbst Inga Ibsdotter Lilleaas als Schwester von der norwegischen Darstellerin zwischen den Fronten zu stehen scheint. Das Publikum bekommt dadurch das Gefühl, dass es sich um eine überspitzte Version eigener Familienfeiern handelt.

Doch SENTIMENTAL VALUE verliert sich abseits des überzeugenden Familienkonflikts in zu vielen Nebenhandlungen und Abzweigungen, die die Gesamthandlung übertrieben stark aufplustert. Der Film verrennt sich in diesen, wodurch sich die Lauflänge von 133 Minuten träge anfühlt und der Drang zum eigenen Smartphone zu greifen, stetig wächst.

Szenenbild aus Sentimental Value: Zwei Frauen sitzen nebeneinander in einem Zimmer auf dem Boden vor einer Heizung.

Sentimental Value ©2026 Kasper Tuxen Andersen

Zudem fühlt sich SENTIMENTAL VALUE in manchen Momenten zu gefühlsduselig und zu gewollt an. Der Film präsentiert sich auf eine Art und Weise, dass die Rezipienten das Gefühl bekommen, dass Joachim Trier mit diesem einen zu konstruierten Anwärter auf die Filmawards schaffen will. Doch dieses vermeintliche Baiten um Filmpreise bewirkt das genaue Gegenteil und schreckt eher ab.

Fazit

SENTIMENTAL VALUE bietet charakterstarke Darstellungen, eine ruhige Kamerafahrt sowie einen realistisch interessanten Familienkonflikt, der zu gut an eigene Familienfehden erinnern kann. Doch abseits davon verliert sich Joachim Triers Film in Nebenhandlungen, will zu viel und wirkt zu gewollt. Wer aber nicht genug vom schwedischen Darsteller Stellan Skarsgård bekommt, kann dennoch einen Blick wagen.

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Review Fakten + Credits


Originaltitel Affeksjonsverdi
Kinostart 20.8.2025
Länge: 133 minuten
Produktionsland Turkey
Genre: Drama
Regie Joachim Trier
Executive Producer Jeff Deutchman | Tom Quinn | Nancy Grant | Eskil Vogt | Joachim Trier | Eva Yates | Alexandre Mallet-Guy | Stellan Skarsgård | Kristina Börjeson | Anders Kjærhauge | Magnus Thomassen | Ola Strøm | Solène Léger | Renate Reinsve | Fridrik H. Mar | Axel Helgeland | Dyveke Bjørkly Graver | Sarah Nagel | Isabell Wiegand
Producer Maria Ekerhovd | Andrea Berentsen Ottmar | Lizette Jonjic | Sisse Graum Jørgensen | Juliette Schrameck | Nathanaël Karmitz | Elisha Karmitz | Janine Jackowski | Jonas Dornbach | Olivier Père | Lars Thomas Skare | Atilla Salih Yücer | Fionnuala Jamison | Maren Ade | Sidsel Hybschmann
Kamera Kasper Tuxen
Visual Effects Esben Syberg | Kai Kiønig Bortne | Alex Grau
Musik Hania Rani
Cast Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Inga Ibsdotter Lilleaas, Elle Fanning, Anders Danielsen Lie, Jesper Christensen, Lena Endre, Cory Michael Smith, Catherine Cohen, Andreas Stoltenberg Granerud, Øyvind Hesjedal Loven, Lars Väringer, Ida Marianne Vassbotn Klasson, Vilde Søyland, Sigrid Lorentzen Abelsnes, Mari Strand Ferstad, Eiril Tormodsdatter Solberg, Julia Küster, Olivia Thompson, Iben Policer Havnevik

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