Review Fakten + Credits


Miller's Girl

Veröffentlichung: 2024-01-18Genre: MysteryLänge: 93 minutenBudget: $ 4,000,000
Übersicht

Die begabte Literaturstudentin Cairo Sweet (Jenna Ortega) ist ehrgeizig und willensstark. Ihr Professor Jonathan Miller (Martin Freeman) sieht ihr kreatives Potential – und nicht nur das: Cairo ist ganz anders als die anderen Studentinnen und übt eine geheimnisvolle Anziehungskraft auf ihn aus, der er sich nur schwer entziehen kann. So verstricken sich Lehrer und Schülerin in ein immer gefährlicher werdendes, emotionales Netz, das beide an ihre Grenzen bringt. Als Jonathan beschließt, den Kontakt zu Cairo abzubrechen, ahnt er nicht, was für verhängnisvolle Folgen das haben wird.

Quelle: www.themoviedb.org

 

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Rezension

Miller's Girl Filmstill

Miller’s Girl ©2023 Lionsgate | Zac Popik

Mit seiner kruden Mischung aus sexistischem Sensationalismus, misogyner Manie und privilegierter Paranoia funktioniert Jade Hailey Bartletts erstem und hoffentlich einzigem Spielfilm besser als filmischer Flashback in die Zeit Ende 80er bis Mitte 90er. Damals wurden sexuell aufgeladene Storys nymphomaner Karrierefrauen und ruchloser Romanautorinnen, die ehrbare Männer zerstören wollten, fast zum eigenen Subgenre. Das prägte offenbar die Regisseurin beim Verfassen ihres Szenarios, das wie eine Porno-Prämisse klingt. Das beginnt schon beim NFSK amen Jenna Ortegas Oberstufenschülerin: Cairo Sweet vertreibt sich als Tochter steinreicher, dauerabwesender Eltern ihren erotischen Ennui mit Bestie Winnie (Gideon Adlon) und dem titeltragenden Autor. Henry, nicht Arthur, versteht sich.

Miller's Girl Filmstill

Miller’s Girl ©2023 Lionsgate | Zac Popik

Dessen Nachname ist auch der ihres Literaturlehrers Jonathan (Martin Freeman). Cairo ist scharf auf den gescheiterten Schriftsteller, der sie vorgeblich nur für ihr Schreibtalent schätzt, während Winnie auf Naturwissenschaftslehrer Fillmore (Bashir Salahuddin) steht. Beide schmieden einen perfiden Plan. Ein lasziver Lehrbuchdialog soll dem Publikum erklären, warum wohlhabende, gebildete, attraktive junge Mädchen auf alte dicke öde Typen stehen. Das Resultat ist eine abstruse Altherrenphantasie von der Verführungskraft graumelierter Haare bis zur Begehrlichkeit betagter Belesenheit. Die erotische Ernsthaftigkeit des hinter der verruchten Fassade peinlich prüden Pseudo-Pulp könnte amüsant sein, würde der stupide Schulmädchenreport nicht in eine problematische Pervertierung des Victim Blaming münden.

Miller's Girl Filmstill

Miller’s Girl ©2023 Lionsgate | Zac Popik

Fazit

Sexy sei ihr egal, sie wolle nur smart wirken, echot Jenna Ortegas sexistisches Stereotyp die pseudo-progressive Prätention Jade Halley Bartletts misogyner Moral-Mär. Deren krampfig cleverer Konservativismus verurteilt Sensibilität für professionelle, psychische und physische Übergriffe als Bias gegen schwer unterdrückte reiche weiße alte cis Männer. Deren Ruin ist in der unfreiwilligen Farce das in manierierten Monologen erklärte Ziel lehrerverführender Lolitas. Als solche entfaltet Ortega zwar darstellerische Präsenz. Doch der fehlt die nötige Subversion zum Untergraben der abstoßend zynische Message, eine von den toxischen Theorien eines verstaubten Literaturkanons inspirierte destruktive Dynamik sei Quelle kreativer Inspiration. Was aus dieser wird, zeigt abschreckend Bartletts Beispiel.

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Originaltitel Miller's Girl
Kinostart 18.1.2024
Länge: 93 minuten
Produktionsland United States of America
Genre: Mystery | Thriller | Drama
Regie Jade Halley Bartlett
Executive Producer Jade Halley Bartlett | Martin Freeman | Bernie Stern
Producer Mary-Margaret Kunze | Seth Rogen | Evan Goldberg | James Weaver | Josh Fagen
Kamera Daniel Brothers
Musik Elyssa Samsel
Cast Martin Freeman, Jenna Ortega, Bashir Salahuddin, Gideon Adlon, Dagmara Domińczyk, Christine Adams, Augustine Hargrave, Elyssa Samsel

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