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Darum geht es
Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem Filmstill

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

Ein unbekannter Schurke begeht Raubzüge in New York City. Die Stadt ist überfordert und schließt auch Ausgangssperren nicht mehr aus. Als die vier Teenager Leonardo, Raphael, Donatello und Michaelangelo davon Wind bekommen, sehen sie für sich die große Chance das langersehnte Ansehen der Menschen zu ernten, denn die vier mutierten Schildkröten leben seid ihrer Kindheit zurückgezogen als Ausgestoßene mit ihrem Vater und Meister in der Kanalisation. Ihre Spurensuche führt sie zu Superfly, der die Menschheit unterjochen und die Mutanten an die Macht bringen will. Doch der Kampf für das Gute erweist sich als äußerst schwierig, zumal noch jemand weiteres den Ninja Turtles Probleme bereitet. Werden es die vier also schaffen ihre Feinde zu besiegen und die Beachtung zu ernten, von der sie schon lange träumen?

Rezension

Wer kennt sie nicht noch aus Jugendtagen – die Teenage Mutant Ninja Turtles rocken wieder die Kinoleinwand und dabei heißt es back to the roots. Im animierten Style kommen schnell die Erinnerungen an die damalige Serie hoch. Dass Ganze dann aber in moderner künstlerischer Visualisierung zu sehen, die stark an Filme wie SPIDER-MAN: ACROSS THE SPIDER-VERSE oder DEEP SEA erinnert, verleiht dem Werk einen zeitgemäßen Touch, der obendrein auch jegliches Bild von Perfektionismus angreift und egalisiert. Mit einer riesigen Portion Comicliebe schafft man den Spagat zwischen klassischen Motiven und neuen Ideen zu meistern und die Turtles nach einigen verkorksten Realfilmen nun endlich zu tatsächlichen modernen Teenagern werden zu lassen, die im Grunde doch nur eines wollen: Beachtung finden.

Der Synchroncast von TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: MUTANT MAYHEM, der sogar erstmalig im O-Ton tatsächlich mit Teenagern und jungen Erwachsenen besetzt ist, bietet vor allem in den Nebenrollen ein riesiges Staraufgebot. Auch in der deutschen Fassung wurde professionell gearbeitet und gerade Synchronsprecherneuling Malick Bauer liefert als Superfly eine grandiose Arbeit ab. Tatsächlich schafft es der Film sogar teilweise mit alten Mustern aufzubrechen und die Rolle von Antagonisten in Superheldenfilmen angemessen in Frage zu stellen.

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem Filmstill

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

Doch das führt uns sogleich auch zu den Schwierigkeiten der Neuinterpretation. Statt grundlegende Parallelen zwischen Splinter und Superfly, die sogar deutlich angesprochen werden, richtig auszuspielen, verwirft man die mühevoll aufgebaute Charakterentwicklung zu Gunsten eines motivlosen Schurken, der ohne jegliche inhaltliche Tiefe agiert. Eine Geschichte von Ausgestoßenen entwickelt sich schließlich nicht zum Sozialdrama (was auch niemand sehen will, aber dennoch mal erfrischend und vor allem mutig und verantwortungsbewusst sein könnte), sondern zum lieblosen Abklatsch von THE SUICIDE SQUAD.

Zudem führt TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: MUTANT MAYHEM eine komplett neue Antagonistin ein, die noch nie zuvor Erwähnung gefunden hat, und verzichtet sogleich vollständig auf eine Charakterisierung und Einordung, was gar nicht so schlimm ist, weil sie auch kaum Screentime hat. Deutlich kommt der Eindruck auf, dass man sich bei Marvel die Einführung eines filmübergreifenden Superschurken abgucken möchte, um nun die nächste große Reihe, diesmal aus dem Hause Paramount, starten zu können. Dies geschieht jedoch ohne subtile handhabe und entwickelt sich dadurch zu einer sehr schnell vergessenswerten Plotparallele. Einige Umfrageergebnisse nach dem Film zeigten, dass Cynthia Utrom bei kaum einem der Kinogäste noch im Gedächtnis geblieben ist.

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Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

So schön die malerischen Bilder auch sind, so problematisch stellen sie sich in der Wahrnehmung dar, denn gerade in schnellen Szenen, von denen es reichlich gibt, verschwimmen die Bilder zu einem riesigen Liniengeflecht, welches erst wieder entwirrt werden muss. Selbst die unzähligen Zeitlupen helfen kaum Klarheit hineinzubringen. Im Soundtrack hat man sich reichlich Mühe gegeben und mit diversen Neuinterpretationen eine angemessene Tonalität getroffen, die gleichzeitig aber auch immer wieder das Tempo aus dem Film nimmt und jeglichen Spannungsaufbau relativ früh erstickt.

Laut, aggressiv und düster kommt der Film daher und referenziert gefühlt die komplette Filmgeschichte – deutliche Anzeichen, dass dieser Film für die Fans der ersten Stunde geschaffen wurde und sich vor allem an das 80er und 90er Jahre Publikum richtet. Doch ob damit ausreichend Geld verdient werden kann ist fraglich, weshalb natürlich eine reichliche Portion Kindlichkeit eingestreut werden muss, um einen Familienbesuch zu garantieren. Resultat daraus: jung und alt werden nicht vollends glücklich, da es für die Einen zu gruselig sein dürfte, für die Anderen zu kindlich und kindisch.

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Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

Amüsanter frischer und fast schon feinsinniger Humor wechselt sich mit Albernheit ab und versucht somit Spaß für jede*n Zuschauer*in zu finden. Was TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: MUTANT MAYHEM somit definitiv kann: er kennt seine Zielgruppen und weiß sie durch checklistenartige Vorgehensweise zu befriedigen. Wenn man von allem etwas einstreut ist auch für jeden etwas dabei – ob daraus aber eine hohe filmische Qualität zu schlussfolgern ist, bleibt fraglich.

Stilisierter Negativfilm mit roter Ziffer 6Fazit

Schlussendlich kann man diesem Film nur schwer böse sein, da er stets versucht eine nette moderne Unterhaltung zu bieten und sowohl junge wie auch alte Generationen anzusprechen. Dass er dennoch einige Probleme hat, lässt sich nicht abstreiten. Doch was soll jegliche Kritik – das Publikum wird es mal wieder feiern und begeisterte Stimmen zurücklassen, denn für die gedankenlose Berieselung reicht es allemal.

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This is what it's about
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Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

An unknown villain is committing robberies in New York City. The city is overwhelmed and no longer rules out curfews. When the four teenagers Leonardo, Raphael, Donatello and Michaelangelo get wind of this, they see a great chance for themselves to reap the long-awaited prestige of the people, because the four mutant turtles have been living in seclusion as outcasts with their father and master in the sewers since their childhood. Their search for clues leads them to Superfly, who wants to subjugate humanity and bring the mutants to power. But the fight for good proves to be extremely difficult, especially as someone else is causing problems for the Ninja Turtles. So will the four of them manage to defeat their enemies and reap the acclaim they’ve long dreamed of?

Review

Who doesn’t remember them from their youth – the Teenage Mutant Ninja Turtles are rocking the cinema screen again and it’s back to the roots. The animated style quickly brings back memories of the series. But seeing the whole thing in modern artistic visualisation, which is strongly reminiscent of films like SPIDER-MAN: ACROSS THE SPIDER-VERSE or DEEP SEA, gives the work a contemporary touch, which on top of that also attacks and equalises any image of perfectionism. With a huge portion of comic love, they manage to master the balancing act between classic motifs and new ideas and, after a few messed-up live-action films, finally let the Turtles become actual modern teenagers who basically only want one thing: To be noticed.

The dub cast of TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: MUTANT MAYHEM, which for the first time actually features teenagers and young adults in the original sound, offers a huge star cast, especially in the supporting roles. The German version has also been professionally done and newcomer dubbing artist Malick Bauer in particular does a terrific job as Superfly. In fact, the film even partly manages to break with old patterns and appropriately questions the role of antagonists in superhero films.

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Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

But this immediately leads us to the difficulties of reinterpretation. Instead of properly playing out fundamental parallels between Splinter and Superfly, which are even clearly addressed, the painstakingly built character development is discarded in favour of a motiveless villain who acts without any depth of content. In the end, a story of outcasts does not develop into a social drama (which no one wants to see, but which could nevertheless be refreshing and above all courageous and responsible), but into a loveless copy of THE SUICIDE SQUAD.

In addition, TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: MUTANT MAYHEM introduces a completely new antagonist who has never been mentioned before, and immediately does without any characterisation and classification, which is not so bad because she has hardly any screentime. The impression clearly arises that Marvel wants to copy the introduction of a cross-film super-villain in order to be able to start the next big series, this time from Paramount. However, this is done without subtle handling and thus develops into a plot parallel that is very quickly forgettable. Some survey results after the film showed that Cynthia Utrom was hardly remembered by any of the cinema-goers.

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Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

As beautiful as the picturesque images are, they are problematic to perceive, because especially in fast scenes, of which there are plenty, the images blur into a huge web of lines that first have to be untangled. Even the countless slow-motion sequences hardly help to bring clarity. The soundtrack has taken a lot of trouble and has found an appropriate tonality with various new interpretations, which at the same time takes the pace out of the film again and again and stifles any build-up of tension relatively early on.

The film comes across as loud, aggressive and gloomy and references the entire history of film – clear signs that this film was created for the fans of the first hour and is primarily aimed at the 80s and 90s audience. But whether enough money can be made with it is questionable, which is why a generous portion of childishness must of course be sprinkled in to guarantee family attendance. The result: young and old are not entirely happy, as it might be too scary for some, too childish and childish for others.

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem Filmstill

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem ©2023 Paramount Pictures

Amusing fresh and almost subtle humour alternates with silliness and thus tries to find fun for every viewer. What TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: MUTANT MAYHEM definitely does: it knows its target groups and knows how to satisfy them through a checklist-like approach. If you sprinkle in a little bit of everything, there is something for everyone – but whether you can conclude a high cinematic quality from that remains questionable.

Stilisierter Negativfilm mit roter Ziffer 6Conclusion

In the end, it’s hard to be angry with this film, as it always tries to offer nice modern entertainment and appeal to both young and old generations. That it nevertheless has some problems cannot be denied. But what’s the point of any criticism – the audience will celebrate it once again and leave enthusiastic voices behind, because it’s certainly enough for mindless sprinkling.

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Originaltitel Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem
Kinostart 31.7.2023
Länge: 100 minuten
Produktionsland Canada
Genre: Animation | Komödie | Action | Science Fiction
Regie Jeff Rowe
Executive Producer Josh Fagen | Adrianna A.J. Cohen | Ramsay McBean | Julien Meesters
Producer Seth Rogen | Evan Goldberg | James Weaver | Marie Balland | Lukas Williams
Visual Effects Chris Kazmier | Matthieu Rouxel
Musik Trent Reznor | Atticus Ross
Cast Micah Abbey, Shamon Brown Jr., Nicolas Cantu, Brady Noon, Ayo Edebiri, Maya Rudolph, John Cena, Seth Rogen, Rose Byrne, Natasia Demetriou, Giancarlo Esposito, Jackie Chan, Ice Cube, Paul Rudd, Post Malone, Hannibal Buress, Jimmy Donaldson, Derek Wilson, Lukas Williams, Michael Badalucco

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