Review Fakten + Credits


The Iron Claw

Veröffentlichung: 2023-12-21Genre: DramaLänge: 133 minutenBudget: $ 15,900,000
Übersicht

Kevin (Zac Efron), Kerry (Jeremy Allen White), Mike (Stanley Simons) und David (Harris Dickinson) von Erich waren unzertrennliche Brüder – auch innerhalb des Wrestling-Ringes, den sie Anfang der 1980er-Jahre gehörig aufmischten. Doch so stark sie im Ring auftraten, so wenig hatten sie in Wahrheit zu sagen. Denn sämtliche Strippen zog ausschließlich der Patriarch der Familie: ihr Vater Jack (Holt McCallany), genannt Fritz. Er trainierte sie auch und sorgte dafür, dass der Konkurrenzkampf unter ihnen geschürt wurde. Und so sehr sie sich auch bemühten, sie schafften es nie, aus seinem Schatten ins Rampenlicht zu treten. Und nicht alle von ihnen hielten diesem enormen Druck stand, der ihren Alltag bestimmte. Bis eine Tragödie die Familie vor die grausame Realität stellt. So kann es nicht weitergehen. Es muss sich etwas ändern oder ist es dafür vielleicht schon zu spät?

Quelle: www.themoviedb.org

 

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Rezension

Ist der Umstand, dass Sean Durkins wehmütige bis wehleidige Wrestling-Saga nicht annähernd so packt wie der titelgebende Kampfgriff der von Erichs ein Beleg des den Show-Kämpfer-Klan angeblich plagenden Fluchs? Oder ist jener nicht vielmehr ein strategisches Synonym der toxischen Erziehungsmethoden des Patriarchen und Profi-Wrestlers Felix von Erich (Holt McCallany). Dessen totalitärer Traditionalismus und aggressive Autorität, unterstützt von Gattin Doris (Maura Tierney), prägen jeden seiner auf der Leinwand gezeigten Söhne Kevin (Zac Efron), Kerry (Jeremy Allen White), David (Harris Dickinson) und Mike (Stanley Simons). Den Jüngsten Chris übergeht Durkins selbstverfasstes Skript vorgeblich aus Zeitmangel, tatsächlich wohl eher aufgrund dessen frühen Freitods.

Eine Band spielt in einem häuslichen Vorbau, es ist Nacht. Im Vordergrund stehen zwei Männer, die auf Gitarren spielen, links von ihnen steht eine junge Frau im weißen Kleid und mit Gitarre. Im Hintergrund sitzt ein Mann am Schlagzeug.

The Iron Claw ©2023 Leonine Studios

Mit nur 21 beendete Chris sein Leben, weil seine Wrestling-Karriere scheiterte. Das Schicksal seiner Brüder macht ein Muster nahezu unübersehbar. Mike tötete sich nach einer folgenschweren Ringverletzung. Kerry erschoss sich mit 33, als die Wrestling-Jobs stagnierten. David starb mit 25 offiziell an Darmdurchbruch, inoffiziell Dauerstress und Drogen. Leistungsdruck, Erfolg als Voraussetzung elterlicher Wertschätzung und ein archaisches Männlichkeitsbild, das jegliche Schwäche verachtet, klingt natürlich weniger medienwirksam als Fluch, der den Erfolg der Sippe offenbar nicht mindert. Geld, Ruhm und Karrieretriumphen sind auch nicht die Früchte von Privilegien, sondern harter Arbeit, die Männer machen, während Frauen haufenweise Kinder produzieren. Schöne weiße WASP-Welt.

Fazit

Wunder, dass Sean Durkin keinen tieferen Einblick in die Performance seiner Protagonisten erlaubt. Sein um den ältesten lebenden Sohn zentriertes Gruppen-Biopic ist selbst Baustein der konstruierten Kämpfer-Charaktere. Statt die Kunstfiguren zu entmystifizieren, verklärt der melodramatische Machismo-Mythos die patriarchalischen Prinzipien, an denen mehrere Familienmitglieder zerbrachen. Weder erschließt sich die Faszination der Show, noch die individuelle Dynamik zwischen den Familienmitgliedern. Auf das Bible Belt Zielpublikums zugeschnittenen, überhöht der pathetische Plot biografische Schatten als sei die Show-Sport-Soap eine griechische Tragödie. Ähnlich dick aufgetragen ist das Schauspiel, das sich ebenso wirklichkeitsfern anfühlt wie die Hochglanz-Bilder und Rockwell-Kulissen. Oscar-Bait-Kino, so fake wie die Schaukämpfe.

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Review Fakten + Credits


Originaltitel The Iron Claw
Kinostart 21.12.2023
Länge: 133 minuten
Produktionsland United Kingdom
Genre: Drama | Historie
Regie Sean Durkin
Executive Producer Eva Yates | Len Blavatnik | Harrison Huffman | Maxwell Friedman | Danny Cohen
Producer Tessa Ross | Sean Durkin | Derrin Schlesinger | Angus Lamont | Juliette Howell
Kamera Mátyás Erdély
Visual Effects Kolby Kember | Jason Gottlieb
Musik Richard Reed Parry
Cast Zac Efron, Jeremy Allen White, Harris Dickinson, Stanley Simons, Holt McCallany, Maura Tierney, Lily James, Michael Harney, Aaron Dean Eisenberg, Kevin Anton, Scott Innes, Cazzey Louis Cereghino, Maxwell Friedman, Brady Pierce, Ryan Nemeth, Jim Gleason, Chavo Guerrero Jr., Garrett Hammond, Michael Papajohn, Jullian Dulce Vida

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